Bockhorn - Lange stand das frühere Aldi-Gebäude an der Uhlhornstraße leer. Jetzt kommt wieder Leben hinein, aber richtig. Die Jugendhilfe des Diakonischen Werkes Oldenburg wird einziehen und das Ladengeschäft für Verwaltung, Fachberatungen und Elternbesprechungen nutzen. Das teilten am Donnerstag Hilmar Weber, Einrichtungsleiter in Collstede und Geschäftsbereichsleiter Jugendhilfe im Diakonischen Werk, und der Bockhorner Bürgermeister Andreas Meinen im Rathaus mit.
Beide betonten die außergewöhnlich gute Zusammenarbeit zwischen Kommune und Diakonie. Bürgermeister Meinen hob hervor: „Es ist eine schöne und verträgliche Nachnutzung des Gebäudes, es bereichert unser Ortsbild. Es freut uns sehr, dass die Wahl der Diakonie auf diesen Standort gefallen ist.“ Er sieht in dieser positiven Entwicklung auch einen engen Bezug zum Einzelhandelskonzept der Gemeinde Bockhorn: „Wir waren von Anfang an von dieser Idee überzeugt.“
Für Weber und seine Mitarbeiter ist es „ein Quantensprung“. Bislang saß die Verwaltung in einem Reetdachhaus in Collstede, das jedoch längst zu eng geworden ist. Seit zwei Jahren sei ein neues Domizil gesucht worden: „Jetzt haben wir einen zentralen Standort gefunden, von dem unsere Wohngruppen und Einrichtungen wie die neue Carlo-Collodi-Schule in Altjührden, die heilpädagogischen Wohngruppen in Varel, Zetel, Grabstede, Eggeloge und Westerstede leichter zu erreichen sind.“ Auch in Collstede wird es weiter zwei Wohngruppen geben.
Das Aldi-Gebäude wurde von einem Investor erworben, der auch sonst schon für das Diakonische Werk tätig war, zur Kaufsumme wollte Weber nichts sagen. Die Jugendhilfe wird das Haus für 20 Jahre mieten mit der Option auf Verlängerung.
Die rund 800 Quadratmeter große Halle, in der zuletzt auch ein Getränkemarkt ansässig war, bietet Weber zufolge gute Möglichkeiten, eigene Raumstrukturen zu entwickeln für Büros und Versammlungsräume.
Wichtig seien separate Zimmer für Elterngespräche: „Jugendhilfe ist Arbeit mit Menschen, die notwendige Kommunikation braucht einen würdigen Rahmen.“ Barrierefreiheit ist eine Selbstverständlichkeit, Parkplätze gibt es mehr als genug.
Hilmar Weber rechnet damit, dass die Jugendhilfe Ende des ersten Quartals 2015 einziehen könne. In den Wohngruppen leben derzeit 110 Jugendliche, die von 130 Mitarbeitern betreut werden. „Wir sind dezentral aufgestellt und sind jetzt in der Mitte angekommen“, lobte Weber die günstige Lage von Bockhorn.
