Grummersort - „Schnell! Die Kühe werden auf die Weide gebracht“, ruft Marlies Martensen den Schülerinnen und Schülern der Klasse 2a der Grundschule „Unterm Regenbogen“ aus Oldenburg zu. Die Mädchen und Jungen folgen ihr über den Bauernhof der Hofgemeinschaft Grummersort und sehen die schwarz-weiß gefleckten Kühe gerade noch auf den Feldweg einbiegen und hinter einer Hecke verschwinden.
Gurken bis zur Decken
„Die Weide ist zu weit weg. Da können wir nicht mitgehen“, sagt Marlies. Sie arbeitet bei der Hofgemeinschaft und zeigt den Kindern alles. „Dann gucken wir uns jetzt die Gewächshäuser an.“ Angenehm warm ist es an diesem Vormittag in den großen Glashäusern. An Schnüren ranken sich großblättrige Pflanzen mit gelben Blüten bis unter die Decke. Unter den meisten Blüten sind längliche, dünne „Baby-Gurken“ zu erkennen. „Ihr könnt zwei große Gurken fürs Frühstück ernten“, erlaubt Marlies und sucht zwei Kinder aus, die zwischen den hohen Ranken verschwinden und mit je einer Gurke zurückkommen.
Auch im nächsten Gewächshaus wuchern die Pflanzen bis zur Decke. Fast wie im Dschungel. Hier sind es aber Tomaten. „Sucht euch jeder eine reife Tomate“, sagt Marlies. Alle verschwinden zwischen dem Grünzeug und holen sich die roten Früchte.
Spannend wird es nach dem dritten Gewächshaus, in dem eine Paprika-Pflanze neben der anderen steht. Dann geht es nämlich zu den Tieren. Zuerst noch trockenes Brot, altes Obst und Gemüse holen und dann ab zu den Schweinen.
Schmatzende Schweine
Die Borstentiere leben in Gruppen zusammen in einem Stall mit Auslauf. Die Tiere in einem Stall sind ungefähr gleich alt. Obwohl sie schon Molke und Getreide bekommen haben, trotten sie grunzend und schnaubend zu den Futtertrögen, als die Kinder kommen.
„Haltet eure Hände nicht in die Ställe, sonst kann es passieren, dass die Schweine sie mit Futter verwechseln und reinbeißen“, warnt Marlies. Hastig fliegen Kohlrabi-Blätter, schrumpelige Möhren und Äpfel mit Macken durch das Gitter in die Tröge. Schmatzend machen sich die Schweine darüber her.
Der Höhepunkt sind die Ziegen auf der Weide nebenan. Drei Milchziegen mit ihren Kindern – den Zicklein oder Lämmern – freuen sich auf das trockene Brot. „Minke, die große, weiße Ziege, ist gerade die Chefin“, verrät Marlies. „Sie boxt die anderen weg. Wenn ihr alle füttern wollt, müsst ihr sie ablenken.“
Minke hat gerade drei junge Zicklein mit Milch zu versorgen. Deswegen ist sie sehr hungrig. Die Ziegen klettern mit den Vorderbeinen auf den Zaun und strecken ihre Hälse ganz weit nach vorn, um möglichst viel Brot zu erwischen.
