Beckstedt - Groß geschrieben wird die Brauchtumspflege in der Gemeinde Colnrade an jedem 1. Januar. Zum Neujahrssingen ziehen mehrere Gruppen von Haus zu Haus und übermitteln so den Bewohnern singenderweise fröhliche Grüße zum neuen Jahr.

Auch in Beckstedt wurde am Donnerstag diese Tradition wieder gepflegt. Egal, ob der Kater von der Silvesterparty bereits auskuriert war oder nicht. Um 13 Uhr traf man sich in der Dorfmitte zum Abmarsch, oder besser gesagt zur „Abfahrt“. „Seit dem vergangenen Jahr fahren wir mit dem Kremser erst die weiter entfernt liegenden Häuser ab, damit es abends nicht so lange dauert“, erklärt Colnrades ehemalige Bürgermeisterin Hiltraud Lindemann.

Und so fuhren gegen 13.30 Uhr die Beckstedter Neujahrssinger auch bei der Familie von Ulrike und Christian Schoppe an der Straße „Peterey“ mit Traktor samt Anhänger vor, allen voran die drei musikalischen Taktgeber. Die obligatorische Teufelsgeige schwang Stephan Meyer-Schrage. Auf den Waschbrettern sorgten Gerrit Höfemann und Uwe Gottwald für lautstarke Töne. Spätestens jetzt waren im Hause Schoppe alle Bewohner wach.

Ein Muss bei jedem Besuch: das Lied „Heil, heil zum neuen Jahr“ nach der Melodie der britischen Nationalhymne. Es folgen ein oder zwei weitere Lieder sowie ein vom Hausherrn gespendetes Schnäpschen, dann gibt Stephan Meyer-Schrage mit seiner Klingel an der Teufelsgeige das Signal zum Aufbruch. Und so zieht der Tross weiter, dem sich nach und nach weitere Bewohner anschließen.

Seit dem vergangenen Jahr endet das Beckstedter Neujahrssingens auf dem Eglinger Platz. Hier wartete auch am Donnerstag Martin Bornfleth unter Mithilfe der Dorfgemeinschaft mit einer deftigen Suppe auf die heitere Truppe. „Das ist ein schöner Ausklang dieses Tages“, fand Hiltraud Lindemann.

Marén Bettmann
Marén Bettmann Redaktion Wardenburg