NEUSCHARREL - Zur „Langen Neuscharreler Lesenacht“ hatte die Leiterin der Katholischen Öffentlichen Bücherei St. Ludger Neuscharrel, Monika Meemken, die Kinder des ersten und zweiten Schuljahres der Grundschule Neuscharrel eingeladen. „Meine Helferinnen und ich bieten diese außergewöhnliche Veranstaltung an, um bei den Kindern die Freude am Buch und die Lust am Lesen zu wecken und ihnen die Scheu vor dem Besuch einer Bücherei zu nehmen.“ Sie freute sich, dass 30 Kinder ihrer Einladung gefolgt waren und im Jugendheim Quartier bezogen.

Nachdem die Kinder im Freien herumtoben konnten gab es zur Einstimmung zum ersten Leseabschnitt eine Bastelrunde: Ein Kressetopf aus Tontöpfen, Watte und Kressesamen wurde als Mitbringsel für die Eltern hergestellt. Die zwölf Helferinnen bildeten anschließend einzelne Gruppen und lasen den Kindern aus einem Buch vor. Wer sein Lieblingsbuch selber lesen wollte, konnte sich dafür ein ruhiges Plätzchen suchen und in Ruhe schmökern.

Doch an Schlaf war noch lange nicht zu denken, denn Leiterin und Helferinnen hatten eine Nachtwanderung vorbereitet. Im flackernden Fackelschein sah alles doch recht anders und etwas unheimlich aus, so dass beim Anblick mancher Spuk- und Geistergestalt bei einigen die Herzen kräftig zu klopfen begannen.

Nach diesem nächtlichen Intermezzo beschäftigten sich die Kinder bis etwa Mitternacht mit ihrer Lieblingslektüre. Wem das aber immer noch nicht reichte, der durfte allein beim Licht einer Taschenlampe so lange weiter lesen, bis ihn der Schlaf übermannte. Bei dieser fremden Umgebung und den vielen unbekannten Geräuschen dauerte es noch ziemlich lange, bis Nachtruhe herrschte.

Am nächsten Morgen war es deswegen nicht sehr verwunderlich, dass viele noch reichlich verschlafen und müde zum gemeinsamen Frühstück kamen, um sich anschließend von den Eltern abholen zu lassen – und dann zu Hause den fehlenden Schlaf nachzuholen.