NEUSCHARREL - Der Heimatverein Neuscharrel hat sein zehnjähriges Bestehen mit einem bunten Heimatabend gefeiert, der seinem Namen alle Ehre machte. Die ganze Dorfgemeinschaft handelte wieder nach dem Motto „Alle für einen, einer für alle!“ So rollte im vollbesetzten Jugendheim ein über dreistündiges Non-Stop-Programm ab, das von allen Alterstufen gestaltet wurde und beim Publikum voll ankam.

Heimatvereinsvorsitzender Werner Fuhler ging kurz auf die Gründung und die rasante Entwicklung des Vereins mit heute fast 400 Mitgliedern ein und erinnerte an die vielen Aktivitäten der vergangenen Jahre.

Als „Herkulesaufgabe“ bezeichnete er die Herausgabe der über 700 Seiten umfassenden „Dorf- und Familienchronik Neuscharrel“, die heute als das „Lexikon Neuscharrel“ in fast allen Familien benutzt wird. „In Zukunft muss die Erhaltung von Natur und Landschaft mit Flora und Fauna unser aller gemeinsames Ziel sein. Aus dem Tag des offenen Hofes, Oldtimertreffen, Ferienpassaktion, Dorffest und ähnlichen Aktionen keimt und wächst ein neues und kraftvolles Heimatgefühl. Denn da, wo ich mich wohlfühle ist mein Zuhause, meine Heimat!"

Durch das Programm führte locker und gekonnt nur auf Plattdeutsch Hans Werner, der mit dem Sprichwort „Well Dag för Dag sin Arbeit deit un alltiedt upp'n Posten steiht und deit dat gaut und deit dat gern, die draff sick uck moal amüseern!“ das Thema des Abends vorgab. Bevor das Programm eröffnet wurde, machte es Prälat Alfons Bokern spannend. Er gab immer nur häppchenweise Tatsachen und Daten des 1000. Neuscharreler Einwohners bekannt. Es ist die am 10. Juli 2008 geborene Lena Wübbels, die natürlich zu so später Stunde nicht dabei sein konnte. Stellvertretend für sie nahmen die Eltern Britta und Gerd Wübbels die Glückwunschurkunde von Bürgermeister Johann Wimberg aus der Hand von Prälat Bokern entgegen.

Dann ging es Schlag auf Schlag: Männergesangverein und Frauenchor stimmten unter der Leitung von Tanja Fuhler mit „Kum eis inn,sett di daol mit Fraen“ und anderen plattdeutschen Lieder das Publikum musikalisch ein. Die Plattdeutsch-AG von Elisabeth Fuhler der Grundschule zeigte mit Liedern und einem Sketch, dass sie schon einiges gelernt hatten. Mit ihrer Kurzaufführung „Upp dat Standesamt“ riss die Theatergruppe die Zuschauer mit und zeigte, wie eine herrschsüchtige Brautmutter nicht nur eine Trauung platzen lässt, sondern auch noch für ihre Scheidung sorgt. Die zwei jungen Querflötensolistinnen Katrin Heyens und Franziska Wieborg begeisterten mit „El condor pasa“ und weiteren Musikstücken. Mit den „Alleinunterhaltern“ Robert Laing (Cloppenburg) und Gesina Koess (Esterwegen) hatte der Heimatverein zwei Volltreffer gelandet. „Robbi" Laing erzählte manchen Schwank aus seiner Jugendzeit und trug mit großen Gesten und viel Pathos humorvolle Verse des Heimatdichters Hubert Burwinkel

vor. Gesine Koess strapazierte ebenfalls die Lachmuskeln mit allerhand wahren und erfundenen Episoden ihre Lebens.

Obwohl das Jugendblasorchester zur 75-Jahr-Feier ihrer Sedelsberger Kollegen eingeladen war, ließen es sich die Musiker mit einer Abordnung nicht nehmen, dem Heimatverein mit zackigem Ständchen zu gratulieren. Die kfd-Frauen bewiesen mit ihrem Sketch „Dei Parkbank", welche überraschende Wende ein heimliches Rendezvous nehmen kann. Die Volkstanzgruppe Ellerbrock rundete mit fast akrobatischen Vorführungen das Programm ab.