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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Corona-Krise: Über die Arbeit im Katastrophengebiet

18.04.2020

New York In den vergangenen Wochen habe ich fast nur über die Corona-Krise berichtet. Das Arbeiten ist natürlich ganz anders als sonst. Ich habe mich darauf konzentriert, das Geschehen auf einer möglichst intimen Ebene zu zeigen. Ich habe Zeit mit Familien verbracht, die zu Hause unter Quarantäne standen, und ich habe mit den Rettungsdiensten zusammengearbeitet, die kranke Menschen in Krankenhäuser evakuieren.

Wie die Sanitäter trage ich eine persönliche Schutzausrüstung, die beim Fotografieren aus der Nähe absolut notwendig ist. Ich tue alles dafür, um gesund zu bleiben. Bei der Arbeit trage ich ein Atemschutzgerät mit vollem Gesichtsschutz, Handschuhe und oft einen Tyvek-Overall oder eine Schürze.

Die Schutzausrüstung habe ich schon sehr früh gekauft, um so für alle Fälle gewappnet zu sein. Als sie noch verfügbar war, habe ich noch mehr davon besorgt und über meine Agentur Getty Images den Kollegen zukommen lassen, die in anderen Teilen der USA arbeiten. Ich selbst habe zum größten Teil in den Vororten von New York City fotografiert. Sie befinden sich wie die Metropole in einer tiefen Gesundheitskrise, ziehen aber weniger Medienaufmerksamkeit auf sich. Ich lebe im nahe gelegenen Stamford, Connecticut, das die höchste Anzahl von Coronavirus-Fällen in diesem Bundesstaat aufweist.

Als ich eine kranke Familie fotografierte, die sich zu Hause in freiwilliger Quarantäne befand, habe ich alles an Schutz benutzt, was mir zur Verfügung stand. Ich musste davon ausgehen, dass in diesem Haus alles, was ich berühre, infiziert ist. Grundsätzlich versuche ich, außer meinen Kameras nichts anzufassen. Ich verbringe viel Zeit damit, meine persönlichen Gegenstände, insbesondere mein iPhone, zu desinfizieren. Nachdem ich einen Auftrag erledigt habe, ziehe ich mich zu Hause am Seiteneingang aus, gebe meine Kleider in die Waschmaschine und dusche sofort.

Ich befinde mich nicht in Selbstisolierung, weil ich nicht wissentlich jemandem ausgesetzt war, der sich mit dem Virus infiziert hat. Aber es ist klar, dass das Problem uns noch lange begleiten wird und ich mich ständig neu bewerten muss. Meine Familie hat keinen physischen Kontakt zu Nachbarn.

Soziale Isolation ist für niemanden leicht, für kleine Kinder ist sie am schwersten. Wir haben einen fünfjährigen Sohn, der sich nicht zum Spielen verabreden kann. Da er auch nicht mehr in der Vorschule ist, müssen wir ihn mit Spielen und Basteln beschäftigen. Der größte Teil dieser Arbeit fällt auf meine Frau, da ich viel mit der Dokumentation der Krise beschäftigt bin.

Aber ich weiß auch: Als Fotojournalist bin ich in einem schwierigen und gefährlichen Umfeld tätig. Doch die Risiken, denen ich täglich ausgesetzt bin, sind weitaus geringer als bei medizinischen Kräften, die täglich mit Patienten umgehen müssen.

John Moore(52) hielt sich als Gewinner der World Press Photo Awards 2019 im Februar als Ehrengast in Oldenburg auf. Der amerikanische Fotograf lebt in Stamford/Connecticut, nur eine Autostunde von New York City entfernt. Er erhielt unter anderem den Pullitzer-Preis 2005 und den World Press Photo-Award 2019. Dokumente seiner Arbeit aus New York zeigt er unter


     https://www.instagram.com/jbmoorephoto/ 
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