New York - Rund ein halbes Jahrhundert lang hat Toni Morrison den Rassismus in den USA angeklagt und sah ihre Mission bis zuletzt nicht erfüllt. 1993 brachte ihr das den Literaturnobelpreis ein – als erster Afroamerikanerin überhaupt. Morrison wurde zu einer der weltweit wichtigsten Schriftstellerinnen der Geschichte der USA und zum „Gewissen Amerikas“, ihre Werke verkauften sich millionenfach. Am Montagabend starb Morrisson im Alter von 88 Jahren, wie ihr Sprecher am Dienstag bestätigte.
Der Literaturnobelpreis wurde ihr verliehen, weil sie in ihren Romanen, „die sich durch visionäre Kraft und poetischen Import auszeichnen, einen wesentlichen Aspekt der amerikanischen Realität zum Leben erweckt“, wie die Schwedische Akademie zur Begründung schrieb.
Die wortgewaltige Autorin, die im Alter mit gesundheitlichen Problemen kämpfte und im Rollstuhl saß, schrieb bis zuletzt. „Beim Schreiben bin ich frei von Schmerzen“, sagte sie einmal in einem Radiointerview. 2017 erschien ihr Roman „Gott, hilf dem Kind“ auf Deutsch, 2018 ihre Essays „Die Herkunft der anderen: Über Rasse, Rassismus und Literatur“.
