Moorriem - „Süßes – sonst gibt’s Saures“ – Diese „Drohung“ machte am Abend des 31. Oktober bundesweit die Runde. Gruselig verkleidet, maskiert und geschminkt ziehen die Kinder am Halloween-Abend von Haus zu Haus, um Süßigkeiten oder Geld einzufordern.
Auch in Moorriem zogen vermummte Kinder und Jugendliche durch die Dorfstraßen. Vielen Bürgern in Eckfleth ist dieser Mummenschanz nicht gut in Erinnerung geblieben. Einwohner, die ihre Türen nicht öffneten, stellten Folgen fest, die weit über kindliche Streiche hinausgingen.
Gesprächsbedarf sieht der Moorriemer Pastor Hans-Werner Boltjes. Mit den Gemeinderatsmitgliedern Berna Heinemann und Thomas Homm sowie Annika Herrmann sprach Boltjes jetzt das Thema an. „Die Halloween-Läufe haben nichts mehr von einem kindlichen Spaß. Sie nehmen schon fast erpressungsartige Züge an“, sagte Boltjes, „wer nicht öffnete, bekam Eier an Türen und Hauswände geworfen, Türklinken wurden mit Zahnpasta beschmiert, gelbe Müllsäcke aufgeschnitten und Gegenstände mit Klopapier umwickelt, dazu wurden Knaller vor den Häusern gezündet.“
Man wolle die Halloween-Kinder und -Jugendliche nicht pauschal mit den Auswüchsen in Verbindung bringen und auch keine Spaßbremse sein, ergänzte Thomas Homm, es könne aber nicht hingenommen werden, dass Rabatz gemacht werde, wenn die Haustür zu bleibt.
Nach Boltjes Ansicht ist es nötig, dass auch Eltern, Schulen und Kitas dieses Thema aufgreifen und den Kindern und Jugendlichen klar machen, dass es auch beim größten Spaß Grenzen gibt.
Eine Vorschlag „zur Güte“ hatte die Gesprächsrunde: Mitbürger, die keinen Halloween-Besuch wünschen, könnten einen Tonkürbis mit brennender Kerze vor die Haustür stellen und damit klar machen: Bei uns bitte nicht klingeln!
