Bremen/Damme - Karneval im Norden: In Bremen und Damme bei Vechta sind am Wochenende Narren, Tänzer und Musiker feiernd durch die Straßen gezogen. Mit ausgefallenen Kostümen und viel Maskerade läuteten die Teilnehmer die fünfte Jahreszeit ein.

Zehntausende Schaulustige fanden sich am Sonntag zum Straßenkarneval in Damme ein. Aus Tradition zogen die Narren eine Woche früher als anderswo durch den Ort. Der Umzug mit rund 9000 Teilnehmern startete nach Polizeiangaben pünktlich um 12.33 Uhr bei trockenem Wetter. Zum „Karnevalssamstag“ waren laut Polizeiangaben etwa 12 000 Besucher in die Innenstadt geströmt, die Feiern seien friedlich verlaufen.

Mit heißen Sambarhythmen, Trommlern und Tänzerinnen haben die Bremer Narren am Samstag bei Regen die Hochphase der fünften Jahreszeit eingeläutet. Stimmung wie an Rios Zuckerhut - lautete ein Motto des nach Veranstalterangaben größten Samba- und Maskenkarnevals in Deutschland, der dieses Jahr unter der offiziellen Überschrift „Die Reise“ stand.

An dem Umzug durch die Innenstadt beteiligten sich mehr als 1500 Aktive und über 80 Sambagruppen aus Deutschland, den Niederlanden, Dänemark, der Schweiz und Großbritannien. Der bunte Karneval hat in Bremen eine Tradition von mehr als 30 Jahren. Nach Polizeiangaben ließen sich zum Auftakt am Rathaus mehr als 1000 Besucher nicht vom nasskalten Schmuddelwetter stören und jubelten den teils bunt verkleideten Teilnehmern lautstark zu. Wichtigstes Accessoire war für viele Besucher aber der Regenschirm.

An diesem Montag folgt dann der „Dammer Rosenmontag“, zu dem erneut Zehntausende Menschen erwartet werden. Seit den 1890er Jahren wird in Damme der Rosenmontagsumzug eine Woche früher gefeiert als in anderen Orten. Der damalige Bischof von Münster hatte den Gläubigen zu Rosenmontag ein 40-stündiges Gebet verordnet, um unsittliches Treiben zu verhindern. Die pfiffigen Dammer zogen daraufhin den Umzug einfach um eine Woche vor.