NORDENHAM - NORDENHAM - Eigentlich wollten Jutta Quabbe und ihr achtjähriger Enkel einen vergnüglichen Nachmittag verbringen. Sie entschieden sich für einen Kinobesuch. Im Nordenhamer „Filmpalast“ lief das Zeichentrickabenteuer „Felix, ein Hase auf Weltreise“. Für den Jungen war es der erste Kinobesuch in seinem Leben. Aber nicht nur deshalb wird er den Nachmittag wohl noch lange in Erinnerung behalten. Denn bevor Felix über die Leinwand hoppelte, erlebte der Achtjährige ein ganz anderes Abenteuer. Nach den Worten von Jutta Quabbe war es der „schlimmste Terror“.
20 Minuten lang seien Filmankündigungen gezeigt worden, die alles andere als kindgerecht sind. „Es rasten Horrorszenarien mit Feuer, Knallerei und Schießerei begleitet von ohrenbetäubendem Lärm über die Leinwand.“ Immer wieder habe sich ihr Enkel Augen und Ohren zuhalten müssen, schildert Jutta Quabbe den denkwürdigen Kinobesuch. Da für den Film keine Altersbegrenzung gilt, hätten auch Jungen und Mädchen im Kindergartenalter in der Vorstellung sitzen können. Die Großmutter ärgert sich über die Filmtrailer. „Das kann nicht der Sinn einer Kindervorstellung sein“, sagt sie. Jutta Quabbe erwartet vom Veranstalter verantwortungsbewusstes Handeln. Diese Art von Werbung habe in Kindervorstellungen nichts zu suchen. Nebenbei bemerkt die Nordenhamerin, dass die Anfangszeit von 17.30 Uhr in der Woche für Schulkinder nicht geeignet sei.
Kinobetreiber Uwe Reimers hat Verständnis für den Ärger von Jutta Quabbe. „Ich bedaure sehr, was in der Vorstellung passiert ist“, sagte er. Auf Nachfrage der NWZ räumte der Kinobetreiber ein, dass beim Zusammenschneiden der Trailer für die Vorführung offensichtlich Fehler gemacht wurden. „Ich werde mich darum kümmern, dass das nicht noch einmal vorkommt“, sagte er. Das Personal werde entsprechende Anweisungen bekommen.
Problematisch ist es aus seiner Sicht allerdings, die Anfangszeit für Kinderfilme in der Woche vorzuverlegen. Die Folgen wären mehr Energie- und vor allem mehr Personalkosten. Reimers ist skeptisch, ob sich das lohnt. Außerdem ist er nicht überzeugt davon, dass frühere Anfangszeiten tatsächlich dem Tagesablauf und dem Freizeitverhalten der meisten Kinder entgegenkommen.
