NORDENHAM - Ein weiteres Fenster des Nordenhamer Adventskalenders ist am Freitag geöffnet worden. Der Sprachheilkindergarten der Arbeiterwohlfahrt gestaltete es unter dem Motto „Der Tannenbaum“. Rund 100 Zuhörer hatten ihren Spaß bei der kurzen Geschichte, die diesmal Amtsdirektorin Dr. Claudia Nolte-Schwarting vortrug.

Der Regen hatte zwar nachgelassen. Es nieselte jedoch immer noch ein wenig bei der Öffnung des Fensters für den 6. Dezember, das die Buchhandlung von Bestenbostel zur Verfügung stellte. Bei diesem Wetter sei es nicht angebracht, eine Schneegeschichte zu lesen, sagte Nolte-Schwarting. Stattdessen trug sie eine Wüstengeschichte vor. „Wie das Kamel zu seinem Höcker kam“ handelte von einem faulen Huftier, das lieber den ganzen Tag in der sonnigen Wüste döste, als zu arbeiten. Pferd, Hund und ein Ochse kamen vorbei, doch es ließ sich nicht erweichen. Ein Zauberer verpasste dem Kamel zur Strafe schließlich einen Höcker. Nun konnte es drei Tage ohne Unterbrechung arbeiten, ohne dabei essen oder trinken zu müssen. Diese Entstehungsgeschichte vom Anfang aller Jahre, als die Welt noch so funkelnagelneu war, hatte der Literatur-Nobelpreisträger Rudyard Kipling seiner Tochter Josephine erzählt.

Nach dieser Konferenz der Tiere war der Blick frei auf das gestaltete Fenster. Gut zweieinhalb Wochen benötigten die 25 Kinder und die Erzieherinnen für die Gestaltung. Rote Kerzen an dem Tannenbaum symbolisieren beispielsweise die Sinne und Bewegung. Goldene Sterne stehen für Grammatik, Wortschatz, Artikulation oder Sprechfreude. Dass die Menschen einander besser verstehen lernen und zuhören, wünscht sich das gesamte Kindergartenteam.