NORDENHAM/BRAKE - Drei Wohnungsunternehmen sind an dem Projekt beteiligt. 4000 Wohnungen in Nordenham und Brake wurden umgerüstet.
Von Norbert Hartfil
NORDENHAM/BRAKE - Für etwa 4000 Mieter in Nordenham und Brake bricht morgen ein neues Multimedia-Zeitalter an. Ab dem 1. März können sie ihren Kabelfernsehanschluss nicht nur für den TV-und Radioempfang nutzen, sondern auch für Telefon, Internet und digitales Fernsehen. Möglich ist dies durch die Installation eines leistungsstarken Breitbandkabelnetzes, mit dem jetzt die Miethäuser der Gemeinnützigen Nordenhamer Siedlungsgesellschaft (GNSG), der Wohnungsbaugesellschaft Wesermarsch und der Braker Wohnbau verbunden sind.„Wir haben einen Quantensprung vollzogen“, freute sich GNSG-Geschäftsführer Hans Francksen gestern bei der Vorstellung des Breitbandkabel-Projektes. Nachdem in den Jahren 1980 bis 1982 die Wohnungen mit Anschlüssen für Kabelfernsehen ausgestattet worden seien, folge nun der nächste große Schritt in die multimediale Zukunft. Zwischenzeitlich hätte es zwar Bedenken gegeben, ob anstelle des Breitbandkabels nicht doch DBTV die bessere Lösung sein könnte. Aber diese Zweifel sind laut Francksen aufgrund der „enormen Vielfalt an Anwendungsmöglichkeiten“ schnell wieder verflogen.
Projektpartner der drei Wohnungsunternehmen sind die ewt Breitbandnetze GmbH aus Hannover und die EWE TEL GmbH aus Oldenburg. Die ewt rüstete die Kabelnetze in Nordenham und Brake auf eine Leistungsstärke von 862 Megahertz auf. Teilweise mussten neue Leitungen verlegt werden, teilweise ließen sich die vorhanenden Kabel nutzen. Die Investitionskosten umschreibt Jens Wollenweber, ewt-Niederlassungsleiter aus Hannover, mit einem „Betrag im siebenstelligen Bereich“.
Die Einspeisung der TV- und Radiosignale erfolgt von einer Kopfstelle aus, die sich in Brake befindet. In den angeschlossenen 4000 Wohnungen ist der Empfang von 45 analogen und 100 digitalen TV-Programmen möglich. Hinzu kommen 33 Radiosender. Nicht zuletzt für die ausländischen Mieter eröffnen sich dadurch ganz neue Möglichkeiten, um in den Genuss von Sendungen aus ihrer Heimat zu kommen. Das wiederum hat für die Wohnungsgesellschaften den Vorteil, dass sie ihre Häuser nicht mit Satelliten-Schüsseln verunzieren müssen.
Sichtbares Anzeichen des so genannten Triple-Play-Breitbandkabelnetzes ist in den Wohnungen die neue Multimediadose. Sie verfügt über Anschlüsse für TV und Radio sowie für ein Kabelmodem, an das Telefon, Fax und Computer angedockt werden können. Die bisherigen Telefonanschlussdosen haben ausgedient.
Als Projektpartner bietet EWE TEL den Wohnungsinhabern verschiedene Telefon- und Internettarife an. Eine Bindung an das Oldenburger Unternehmen besteht allerdings nicht; die Mieter können über das neue Breitbandnetz auch die Dienstleistungen anderer Kommunikationsunternehmen in Anspruch nehmen.
Mit dem Angebot, Telefon- und Internetdienstleistungen über Kabel-TV-Anschluss zu beziehen, betritt EWE TEL Neuland. „Das ist in der gesamten Region Ems-Weser-Elbe bisher einmalig“, sagt Alexander Kmita, der bei EWE TEL den Projektbereich Breitbandkabel leitet.
