Nordenham - Viele kennen Lisa Feller wahrscheinlich aus der Comedyserie „Schillerstraße“, der Kabarettshow „Ladies Night“, der Unterhaltungssendung „Das Tier in dir“ oder aus anderen TV- Formaten. Am Donnerstagabend war die deutsche Schauspielerin, Komikerin und Moderatorin in der Jahnhalle zu sehen.
„Ich komm’ jetzt öfter!“ – so lautet das neue Soloprogramm, mit dem die 43-Jährige seit August durch Deutschland tourt. Der Titel „Ich komm’ jetzt öfter, aber eigentlich zu nichts!“ wäre wohl angebrachter. Das lässt die auf der Bühne so natürlich wirkende Entertainerin ihre rund 120 Zuschauer gleich zu Beginn der Show wissen. Denn als Mutter zweier Söhne im Alter von acht und zwölf Jahren muss die berufstätige Supermama immer einen gewaltigen Spagat zwischen Job und Erziehung hinlegen. Da ist es schon eine Erleichterung, dass es wenigstens die kernige Babysitterin Rosi gibt, ein richtiger Kerl wie ein Braunkohlebagger mit Seele.
Und trotzdem drängt sich zwischendurch immer wieder die Frage auf, wie oft eine Mutter etwas für sich tun darf, ohne in der Gesellschaft als egoistische Rabenmutter dazustehen. „Natürlich geben mir meine Kinder was“, erklärt Lisa Feller. „Aber eben nichts am Sonntagmorgen um sechs.“
Die Frau in bunt gemusterter Hose, Langarmshirt und Sneakers will verständlicherweise auch Zeit für sich haben, mit Freundinnen klönen und im erotischen Alltagsdschungel überleben. Und während kluge Köpfe über Feminismus diskutieren, würde der quirligen und bodenständigen Frau auf der Bühne Gleichberechtigung schon reichen. Es werde leider immer noch mit zweierlei Maß gemessen. „Frauen werden älter, Männer dagegen reifer wie ein guter Wein. Am Ende kippen sie um“. So die Worte der Comedian.
Die nahtlose Aneinanderreihung der vielen witzigen Sprüche mit viel Improvisation, ausdrucksstarker Gestik, leichtem westfälischen Dialekt und Stimmenimitation gefällt den Zuhörern in der Jahnhalle sehr gut und sorgt während der anderthalbstündigen Show für viele Lacher im Publikum. Das war auch schon vor gut anderthalb Jahren so, als Lisa Feller erstmalig mit dem Preview, also einer Art Testvorführung, zu ihrem Comedyprogramm „Der Nächste, bitte!“ im Kulturhaus auf der Bühne stand. Am Donnerstag gab es nach viel Applaus für die kurzweilige Unterhaltung dann auch noch einen kleinen humorvollen Nachschlag. Einige Besucher ließen sich, bevor sie die Jahnhalle verließen, ein Autogramm der Künstlerin, die schon mehrfach mit Preisen geehrt wurde, geben. Andere kauften Lisa Fellers im Februar erschienenes Buch ‚Mir geht’s gut, nur meine Brüste lassen sich hängen‘, von dessen Erlös die zweifache Mutter auch das Frauenhaus in Münster unterstützt.
