NORDENHAM - Die Zutaten für ein gelungenes Festival sind schnell aufgezählt: gute Musik, gutes Wetter und viele gut gelaunte Menschen. Wenn dann auch noch ein toller Veranstaltungsort mit direktem Strandzugang dazukommt, kann nichts mehr schiefgehen. Das bestätigte sich am Wochenende einmal mehr beim 15. Fonsstock-Festival auf der Osterfeuerwiese.

Was als Geburtstagsparty mit 60 Leuten begann, hat sich mittlerweile zu einer festen Größe im Festivalkalender gemausert. Rund 1000 Besucher verwandelten den Nordenhamer Strand in eine Partymeile.

Dabei richtete sich das Interrese der Fonsstock-Fans nicht allein auf die Musik der 13 Bands aus dem In- und Ausland. Die Nachmittage wurden auf dem eigens für das Festival eingerichteten Campingplatz hinter der Jugendherberge oder am Weserstrand verbracht. „Ich genieße die Zeit hier an der Weser, heute Abend geht's dann wieder aufs Festivalgelände, um dort zu feiern“, sagt Tim Lukes aus Bremerhaven, „die Nähe zum Wasser gefällt mir gut.“

Und noch etwas spricht dafür, dass Fonsstock kein gewöhnliches Festival ist: „Hier hat die Kommerzialisierung noch nicht Einzug gehalten“, findet Martin Kersting aus Osnabrück. Alice Nieland stimmt ihm zu: „Fonsstock ist bodenständig geblieben und noch nicht so abgehoben wie andere Festivals. Durch die eine Bühne ist es außerdem sehr gemütlich.“

Einige Besucher wurden vor allem dadurch angelockt, alte Freunde zu treffen. „Hier kommt man nicht nur für die Musik her, sondern auch, um Freunde und Bekannte zu sehen, hier geht es sehr familiär zu“, erzählt Katrin Westmann aus Lübeck. Für Olaf Dannemeyer ist besonders wichtig: „Die Leute hier sind total nett und friedlich.“

Das bestätigen auch die Veranstalter. „Uns ist nicht bekannt, dass die Polizei ausrücken musste. Das Wochenende verlief wieder sehr ruhig“, sagt Jens Locker vom Verein Fonsstock. Womit er allerdings nicht die Lautstärke der Bands meint.

Auf der Bühne wurde den Zuschauern einiges geboten: Von lokalen Gruppen wie den Versagern oder dem Shantychor über Nachwuchsbands bis hin zu Größen der internationalen Punkrock-Szene war einiges dabei.

Den Freitag eröffneten mit Simply Divine (Seefeld) und C.L.L.G. (Rodenkirchen) zwei lokale Nachwuchsbands. Mit den Rampires, Bahooga und The Porters folgten drei gestandene Formationen.

Die Party am Sonnabend läutete traditionell der Shantychor Nordenham ein. Am Abend heizten die Nordenhamer Punk-Urgesteine der Versager, Carry-all (Udinese/Italien) und Bitume (Oldenburg) den Festivalbesuchern ein.

Absoluter Höhepunkt war der Auftritt von Turbostaat. Die Flensburger gehören zu den bekanntesten deutschen Punkrock-Bands. Erste Amtshandlung: die Auflösung des Grabens zwischen Bühne und Zuschauerraum. Da ließen sich die Fonsstocker natürlich nicht zweimal bitten. Schlagartig füllte sich der Bereich vor der Bühne. Bis weit nach Mitternacht wurden die Musiker gefeiert.

Das Fazit der Organisatoren fiel durchweg positiv aus: „Es ist alles glatt gegangen, wir hatten einen sehr guten Freitag und einen noch besseren Sonnabend und es gab keinerlei Ärger“, zieht Jens Locker eine erfreuliche Bilanz.