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Freimaurer Symbole und Rituale prägen das Leben in der Loge


Logenmeister Henning Wessels (rechts) und sein Vorgänger Michael Scherf moderierten den Informationsabend und standen für Fragen der Gäste zur Verfügung.
Andreas Gruner

Logenmeister Henning Wessels (rechts) und sein Vorgänger Michael Scherf moderierten den Informationsabend und standen für Fragen der Gäste zur Verfügung.

Andreas Gruner

Nordenham - Für viele ist die Logenarbeit noch heute mit Geheimnissen verbunden. Umso wichtiger, dass Vorurteile und Gerüchte abgebaut werden, auch in Nordenham. „Gäste fragen – Freimaurer antworten“, so lautete der Titel der Diskussionsrunde, die in der St. Johannis-Loge „Zu den drei Wurten“ stattfand. Rund zweieinhalb Stunden dauerte die Informationsveranstaltung mit gleichzeitiger Ausstellung von Originalbildern, Logengegenständen und Fachliteratur, zu der der Logenmeister Henning Wessels eingeladen hatte.

Steinmetze als Vorläufer

Aus dem geschichtlichen Rückblick des Altlogenmeisters Michael Scherf und der sich daran anschließenden Fragerunde ging unter anderem hervor, dass die Freimaurer bereits um 1240 in so genannten Steinmetzbruderschaften aktiv waren.

Den damaligen Ingenieuren von Kathedralen und anderen großen Bauwerken kam eine besondere gesellschaftliche Bedeutung zu. Sie konnten damals, anders als die Dorfbevölkerung, frei reisen und führten als erste eine finanzielle Absicherung der Hinterbliebenen ein. Heute finden sich Logen in allen demokratischen Ländern, aber beispielsweise auch in der Türkei oder auf Kuba. Allein in Deutschland gibt es etwa 16 000 Freimaurer. Die Nordenhamer Bruderschaft hat mehr als 30 Mitglieder, von denen knapp die Hälfte aktiv ist. Die Treffen der Männer dienen auch der philosophischen Erkenntnis, wobei zwischen den Graden des Lehrlings, des Gesellen und des Meisters unterschieden wird.

Persönliche Entwicklung

Diese Stufen symbolisieren den jeweiligen Grad der persönlichen Weiterentwicklung, und es gilt, in der auf gegenseitigem Vertrauen basierenden Gemeinschaft sich in seinem Leben vom unbearbeiteten Stein zum kubischen Stein zu entwickeln – oder anders formuliert: das Bild vom freien Mann von gutem Ruf zu optimieren.

Vor diesem Hintergrund haben bei den Freimaurern die Werte der liberalen Demokratie wie Freiheit, Humanität, gegenseitige Akzeptanz, Toleranz, Vertrauen und Gleichberechtigung eine zentrale Stellung. Sie werden unter anderem in der umfangreichen Symbolik und den Ritualen eingeprägt.

Bei den sich an das Christentum anlehnenden Freimaurern herrscht die Verschwiegenheitspflicht. Interne Gesprächsinhalte dürfen nicht nach außen getragen werden. Die St.-Johannis-Loge „Zu den drei Wurten“ im Obergeschoss der Stadthalle Friedeburg bietet regelmäßig Gästeabende an, an denen die unterschiedlichsten Themen diskutiert werden. Die nächstgelegene Frauenloge befindet sich übrigens in Bremen.

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