NORDENHAM - Rachelustige Damen, ein eifersüchtiger Ehemann und jede Menge komischer Verwicklungen: Das bekamen die rund 250 Zuschauer am vergangenen Freitag in der Friedeburg zu sehen. Dort spielte das Theater für Niedersachsen Otto Nicolais Oper „Die lustigen Weiber von Windsor“. Bei der fast dreistündigen Vorstellung blieben die hinteren Stuhlreihen zwar unbesetzt, aber das änderte nichts an dem großen Applaus, den das Ensemble für die beeindruckende Gesamtleistung erhielt. Inszeniert wurde die Aufführung von Didier von Orlowsky.

Stoff von Shakespeare

Das von Otto Nicolai geschriebene Stück „Die lustigen Weiber von Windsor" zählt zu den beliebtesten deutschen Spielopern. Es wurde 1849 im Königlichen Opernhaus in Berlin uraufgeführt. Otto Nicolai hatte den Stoff der gleichnamigen Shakespeare-Komödie zu einer komisch-phantastischen Oper verarbeitet.

Die befreundeten, gut verheirateten Bürgerdamen Frau Fluth (gespielt von Bettina Pierags) und Frau Reich (Verena Usemann) sind entrüstet: Der dicke, sauflustige und geldgierige Sir John Falstaff (Ernst Garstenhauer) hat ihnen ein- und denselben Liebesbrief geschickt. Diese Unverschämtheit soll nicht ungesühnt bleiben. Und so erteilen die Frauen ihm eine Lektion, bei der auch der grundlos eifersüchtige Ehemann Fluth (Rainer Weiss) einen Denkzettel bekommt.

Der dreiste Ritter Falstaff wird zu vermeintlichen Rendezvous' geladen, die für ihn höchst unangenehm enden. Er landet samt schmutziger Wäsche in einem Graben und wird in Frauenkleider gesteckt. Zuletzt sind dann auch die Ehemänner der Damen in den Schabernack eingeweiht.

Großes Finale im Wald

Beim großen Finale im Wald wird Sir John Falstaff von den Stadtbewohnern in Geistergewändern überrascht, die ihn zu einem Geständnis zwingen. Ein Happy End gibt es für Reichs Tochter Anna (Antonia Radneva). Sie hat in dem Trubel heimlich ihren Geliebten Fenton (Jorge Garza) geheiratet und sich nicht dem Wunsch der Eltern gebeugt, die jeder einen anderen Kandidaten für sie vorgesehen hatten.

Das Theater für Niedersachsen inszenierte die Oper als Spiel im Spiel. Eine umherziehende Theatertruppe, die in einem Wirtshaus „Die lustigen Weiber von Windsor“ aufführen möchte, fasste die Handlung auf der Bühne mit ein. Da wurden zwischendurch Requisiten hin- und hergetragen, und die Rolle des Wirts musste spontan besetzt werden. Die Figuren auf der Bühne waren kleine Charakterstudien, so die Verehrer Annas, der lispelnde Junker Spärlich (Jan Kristof Schliep) und der Franzose Dr. Cajus (Stephan Freiberger).

Ein aufwendig gestaltetes Bühnenbild begleitete die Spielorte Kneipe und Bürgerhaus. Bei der Schlussszene sorgten Nebel und Lichteffekte für die passende Stimmung. Für Fenton und Anna regnete es Rosenblätter von der Decke. Über allem dominierten die Melodien, die mehr als alle Worte über die Gefühlslagen der beteiligten Figuren aussagten.

Die moderne Umsetzung der Oper kam gut an. Mit dabei waren der Chor, der Extrachor und das Orchester des Theaters für Niedersachsen. Viel Beifall ging auch an Wolfgang Wengenroth für die musikalische Leitung des Abends.