Nordenham/Ganderkesee - Die Jugendgruppe Tusculum der Niederdeutschen Bühne Nordenham De Plattdüütschen reist an diesem Wochenende nach Ganderkesee. Dort findet ein niederdeutsches Jugendtheaterfestival statt.
Im April hatten die Jugendlichen um den Nachwuchsregisseur Leon Nungesser die plattdeutsche Erstaufführung von Dürrenmatts „Die Physiker“ im Kasino Friedrich-August-Hütte gezeigt. Insgesamt waren rund 400 Gäste gekommen.
Beim Festival in Ganderkesee können die Jugendlichen allerdings nur einen Ausschnitt aus dem Werk zeigen. Daher hat Leon Nungesser den Fokus auf wesentliche Passagen gelegt, die dann auf die Bühne kommen sollen. Unterstützt wird er bei der Organisation der Proben von Vanessa Harfst und Melissa Peters, die auch mit zum Festival fahren werden.
Das Ensemble übernachtet in einer Sporthalle. Gemeinsame Aufwärmübungen zum Stimmtraining und zum Warmspielen gehören ebenso zum Programm wie eine Partys am Abend. Die Bühnenbauer der Niederdeutschen Bühne Nordenham haben für die Jugendlichen eine mobile Wand gezimmert, denn auf der Festivalbühne müssen die Nachwuchsdarsteller mit möglichst wenig Kulisse und Requisiten auskommen.
Für das Festival haben die Jugendlichen Extraproben eingelegt – auch, um die Abläufe der gekürzten Fassung zu trainieren. Für Unverständnis und Unmut sorgte da im Vorfeld bei den Jugendlichen die Entscheidung des Bühnenbundpräsidiums, dass ausgerechnet die Jugendgruppe des Präsidenten entgegen des Kürzungsgebots ihr Stück in voller Länge zeigen darf. Das Präsidium organisiert das Festival auch mit Geldern vom Land Niedersachsen.
Um die Position der Jugendlichen gegenüber dem Dachverband zu vermitteln, haben sich die Leitungen der Niederdeutschen Bühnen Nordenham und Bremerhaven schriftlich an das Bühnenbundpräsidium gewandt. „In ihrem Antwortschreiben ging das Präsidium jedoch nur auf Rechts- und Satzungsfragen ein, das Empfinden der Jugendlichen wurde offensichtlich außen vor gelassen,“ bedauert Jane Kleidon, die als stellvertretende Bühnenleiterin in Nordenham für die Verbandsarbeit zuständig ist.
Im Anschluss an das Theaterfestival beginnen die Vorbereitungen für das nächste Stück. In einer Gemeinschaftsproduktion mit Erwachsenen will Tusculum dem Leben von Alma Rogge nachspüren. Für Februar 2019 ist die Premiere des Stückes geplant.
