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Glaube Kinder wissen: Maria kommt bald zurück

Horst Lohe

NORDENHAM - Sie ist neben der Osterkerze eine wichtige Symbolfigur christlichen Glaubens in der katholischen Kindertagesstätte St. Willehad: die Holzskulptur von Maria, der Mutter Gottes. Es handelt sich um eine SchutzmantelMadonna. Das ist eine Mariendarstellung (Madonna), die unter ihrem ausgebreitetem Mantel betende Gläubige birgt. Die Figuren unter dem Mantel (hier Kinder) stehen symbolisch unter dem Schutz der Mutter Gottes.

Viele Kinder im Willehad-Kindergarten und auch in der Kinderkrippe haben einen persönlichen Bezug zu dieser Maria. Sie streicheln sie oder suchen Nähe zu den Kinderfiguren. Pfarrer Erhard Bögershausen bezieht die Madonna ein, wenn er Kindern christliche Werte vermittelt.

Doch nun ist diese 1963 vom Bremer Holzbildhauer Kurt Lettow (1908 bis 1992) geschaffene sakrale Holzskulptur vorübergehend nur auf einem Foto in Originalgröße in der Eingangshalle zu sehen. „Wir erklären den Kindern auch mit diesem Bild, dass wir Maria auf Reisen geschickt haben. Sie macht Urlaub und kommt Ende August zurück“, erläutern Tagesstätten-Leiterin Regina Hartmann und Stellvertreterin Christa Cyriakel.

Das Werk des Bremer Holzbildhauers Kurt Lettow wird in einer Ausstellung der Kulturkirche St. Stephani in Bremen bekannt gemacht. Zu sechs Originalen in dieser Schau gehört die Maria aus Nordenham. An diesem Donnerstag, 7. Juni, wird die Schau eröffnet. Sie läuft bis 26. August.

Kurt Lettow war seit 1946 bis ins hohe Alter überwiegend für kirchliche Auftraggeber in ganz Norddeutschland tätig. Seine Tochter Julia van Wilpe hat dafür gesorgt, dass er mit der Ausstellung in der Kulturkirche St. Stephani einem größeren Publikum bekannt gemacht wird.

Klarer Stil zieht an

Die Tochter schreibt: Das feine Spiel von Licht und Schatten auf seinen Reliefs und Plastiken, seine Reflexion und Einsicht führen zu einer umfassenden, faszinierenden reduzierten Gestaltung, die nie das Gegenständliche verlässt, jedoch viel Freiheit der Interpretation bei der Betrachtung erlaubt. Seine Werke ziehen die Menschen durch den klaren verinnerlichten Stil in ihren Bann.

Julia van Wilpe lebt seit Jahrzehnten als Architektin in Costa Rica. Im Sommer 2010 erfuhr sie von Plänen des Abrisses einer Kirche in Bremerhaven mitsamt eines Lettow-Reliefs. Daraufhin entschloss sie sich, die Werke ihres Vaters auszuspüren. Sie besuchte auch die Kindertagesstätte in Nordenham. „Sie war sehr froh, die Madonna hier gefunden zu haben“, berichtet Leiterin Regina Hartmann.

Die Schutzmantel-Madonna von Kurt Lettow gehört zu dieser Kindertagesstätte, seit es sie gibt. Vermutlich war sie ein Geschenk zur Einweihung im Jahre 1967. Im Jahre 1963 hat Kurt Lettow auch die Sgrafitto-Darstellung des Heiligen Willehad am benachbarten Pfarrhaus geschaffen.

Lange Jahre stand Maria erhaben auf einem Steinsockel. Vor einigen Jahren ist sie auf Kinderhöhe auf einen Holzsockel platziert worden.

Ganz wichtiges Symbol

„Für die Kinder ist sie ein ganz wichtiges Symbol. Deshalb müssen sie Maria anfassen können“, sagt Regina Hartmann. Ihr Mantel symbolisiere ähnlich Schutz und Geborgenheit wie der Mantel von Sankt Martin oder der Mantel von Nikolaus. Die katholische Einrichtung freue sich, dass die Holzskulptur in der Bremer Ausstellung gezeigt wird. „Ganz weggeben wollen wir sie aber auf keinen Fall, sie gehört einfach zu diesem Haus.“

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