NORDENHAM - Interesse bei Jugendlichen zu wecken für klassische Musik und wissenschaftliche Vorträge ist seit langem erklärtes Ziel der Nordenhamer Goethe-Gesellschaft. Vor Jahren beschloss deshalb die Mitgliederversammlung, allen Schülern freien Eintritt zu geben. Der immensen Kosten wegen sind nur Großveranstaltungen wie Sinfoniekonzerte in der Stadthalle Friedeburg von der Regelung ausgenommen.

Magere Resonanz

Vor einem Jahr starteten die Goethianer eine weitere Aktion, schrieben an alle Schulen und ihre Lehrer und regten an, das breit gefächerte Kulturangebot auch unterrichtlich zu nutzen. Die Resonanz allerdings blieb mager. Während der Jahreshauptversammlung im Nordenham-Museum gingen die Goethianer noch einen Schritt weiter. Sie bieten nun allen Eltern an, gemeinsam mit ihren Kindern Kultur zu erleben. Der Beschluss: Eltern, die ihre Kinder begleiten, erhalten ermäßigten Eintritt und zahlen nur so viel wie die Mitglieder.

Diese Initiative wurde einstimmig beschlossen – trotz knapper Kasse. Aufgrund der Kürzung des Zuschusses der Stadt Nordenham, der Streichung des Zuschusses der Oldenburgischen Landschaft, der hohen Pflichtbeiträge an die Künstlersozialkasse und weniger Sponsorengelder, so Kassenwart Dr. Udo Börger in seiner Bilanz, müsse künftig noch spitzer gerechnet werden. Das Jahr 2009 nämlich habe mit einem Defizit von 3000 Euro abgeschlossen. Dadurch seien die Rücklagen deutlich eingeschmolzen. Börger: „Wir müssen unser Programm künftig schmaler gestalten, werden an der Qualität aber auf keinen Fall sparen.“ Glücklicherweise sei die Mitgliederzahl mit deutlich über 300 nahezu stabil geblieben.

Not-Stühle auf der Bühne

Die offensichtliche Zufriedenheit der Mitglieder mit dem Angebot der Nordenhamer Goethe-Gessellschaft, so berichteten die Vorstände Stefan Tönjes und Ellen Walther für die Sparten Musik und Wort, spiegele sich in dem guten Besuch aller Veranstaltungen wider. Außergewöhnlich gute Resonanz hatte in 2009 der Klavierabend mit dem Hamburger Nachwuchspianisten Alexander Krichel Anfang November gefunden. In der Aula des Gymnasiums mussten sogar auf der Bühne noch Not-Stühle aufgestellt werden. In diesem Zusammenhang bedankte sich Stefan Tönjes noch einmal bei dem Abbehauser Arzt Dr. Klaus Bethge, der anlässlich seines 60- Geburtstages die Kosten für das Konzert übernommen hatte.

Vorstandswahlen standen während der Jahreshauptversammlung 2010 nicht an.