NORDENHAM - Ein Handy ohne Touchscreen und Acht-Megapixel-Kamera ist in den Augen der Mädchen, die sich tagtäglich bei Maggie treffen, ein Ding der Unmöglichkeit oder ein absolutes „Nogo“, wie es neudeutsch heißt. Und wessen Handy einen uncoolen Klingelton von sich gibt, ist ganz schnell unten durch. Das erfährt das Publikum in dem Stück „Handy-Stories“. Die Theater-AG des Nordenhamer Gymnasiums führte es am Mittwoch in der Schulaula auf. Die jungen Darsteller lieferten eine prima Vorstellung ab. Bei der ersten von zwei Aufführungen war die Kulisse allerdings enttäuschend. Gerade einmal 60 Besucher waren gekommen.
15 Episoden bekommt das Publikum geboten. Immer dreht es sich um das Handy, das offensichtlich zum wichtigsten Statussymbol der Jugendlichen geworden ist. Frankie verdient sogar Geld damit, indem er per SMS mit anderen Mädchen flirtet. Nina verliebt sich in die SMS-Bekanntschaft, bis ihr die Eltern das Handy abnehmen. Inzwischen haben sich Schulden angehäuft: 680 Euro. Und das, sinnieren die Mädchen in Maggies Friseursalon laut, „ist ein echt übles problematisches Problem“.
Natürlich spielt das Handy auch in der Schule eine große Rolle. Weil die Schule „null Entertainment“ bietet, verschwinden die Kopfhörer unter den langen Haaren. Hier gibts Unterhaltung pur. Und immer wieder stürmen die Handy-Girls auf die Theater-Bühne, machen Werbung für Klingeltöne und Fun-Logos, die den Handy-Besitzer so einzigartig machen. Kein Wunder, dass bei solch einer Dauerberieselung die Mädchen den Bezug zum wahren Leben verlieren.
Zum Glück gibts ein Happy End. Frankie und Nina lernen sich kennen. Von Angesicht zu Angesicht. Sie umarmen sich. Ein Gefühl, das viel schöner ist als tausend SMS. Plötzlich spielen Klingeltöne und Touchscreen keine Rolle mehr.
Der Applaus ist den jungen Darstellern sicher. Mitgewirkt haben Luca Bittner, Ekaterina Ort, Meike Ripkens, Kay Philipp Fuhrmann, Jana Melcher, Anna-Lena Krüger, Shirin Bajrami, Kristina Keierleber, Freija Steinke und Marcel Kobelt. Regie führte der Leiter der Theater-AG, Lehrer Hartmut Neumann.
