NORDENHAM - Am Abend des 31. Oktober darf wieder gespukt werden. Es ist Halloween, das Fest zum Gruseln und Erschrecken. Der Brauch, verkleidet an den Türen der Nachbarn zu klingeln mit der Aufforderung „Süßes, sonst gibts Saures“ kommt ursprünglich aus Irland. Nachdem die Iren ab 1830 in die USA einwanderten, hielten sie an ihrer Tradition fest. So wurde Halloween zu einem der wichtigsten Feiertage in den Vereinigten Staaten. Seit den 90er-Jahren feiern auch viele Deutsche das schaurige Fest. Mit Dekorationen wie ausgehüllten Kürbissen und Plastikskeletten machen Halloween-Fans ihre Häuser bereit für die Nacht des Schreckens.
Tradition aus Irland
Auf das Gruselfest freuen sich auch Jannis und Inessa Ostendorp aus Nordenham. Es ist bereits das vierte Jahr, dass die Geschwister verkleidet von Haus zu Haus ziehen, um Angst und Schrecken zu verbreiten. Gemeinsam mit Nachbarskindern klingeln sie an den Häusern in ihrer Straße und fordern Süßigkeiten. Aus dem Internet hat Bianca Ostendorp, die Mutter der beiden, schon verschiedene Halloweensprüche herausgesucht. „Spuk und Zauber gibts heut Nacht. Also nehmt euch wohl in acht. Wollt ihr heute Nacht nicht zittern, müsst ihr alle Monster füttern“.
Mit diesem Spruch hoffen Inessa und Jannis, eine große Menge an Schlickereien zu ergattern. „Mein Bruder und ich hatten im vergangenen Jahr zwei große Tüten voller Süßigkeiten am Ende des Halloweenabends zusammen“, erzählt die 10-jährige Inessa. „Einige Leute haben uns auch Obst gegeben“, fügt der 8-jährige Jannis hinzu, „Ich esse gerne Mandarinen und Äpfel, aber in der Halloweennacht freu ich mich am meisten über Süßigkeiten.“
In der Straße, in der die Geschwister auf Bonbonjagd gehen, verkleiden sich nicht nur die Kinder, sondern auch einige Erwachsene. Sie öffnen den Kindern die Tür, um ihnen Süßes zu geben und sehen manchmal noch furchterregender aus als die kleinen Geister vor der Tür. „Einmal habe ich mich total erschrocken, als unsere Nachbarin mit Zombiemaske die Tür geöffnet hat“, erinnert sich Inessa. Auch die Nordenhamer Geschäfte bereiten sich auf die Gruselnacht vor. Kostüme und Dekorationen werden angeboten und im Vergleich zu den Vorjahren noch häufiger gekauft. Beliebt sind vor allem Kleinigkeiten wie Hexennasen, Vampirzähne und Schminke. Viele Familien basteln zu Hause selber die Gewänder der kleinen Hexen, Geister und Vampire.
Selbst gemachte Kostüme
Inessa und Jannis Ostendorp sind sich noch nicht ganz sicher, mit welchen Kostümen sie am 31. Oktober von Tür zu Tür geistern. „Im letzten Jahr habe ich mich als Dracula verkleidet. Vielleicht gehe ich diesmal als Teufel“, erzählt Jannis. In jedem Fall werden sich einige Leute am Montagabend erschrecken, wenn sie ihre Tür öffnen.
