Nordenham - Einen ganzen Schwung Material hat Heddo Peters vom Archiv des Rüstringer Heimatbundes nun erst einmal zu sichten. Denn Dieter Fickers war zu Besuch. Gemeinsam mit seiner Tochter Carla hatte der 76-Jährige jede Menge Zeitungsartikel, Zeitschriften, aber vor allem fünf CDs mit sogenannten Findbüchern im Gepäck. Diese Findbücher katalogisieren nach Stichwörtern Zeitungsartikel.

In Nordenham ist Dieter Fickers bereits bekannt: 2003 überreichte er eine rund 800 Seiten starke Chronik über die Nordschule. Seine Frau war damals kommissarische Schulleiterin. Die Schule feierte 95-jähriges Bestehen. Es war ihm gelungen, jedes Kollegium seit der Gründung der Schule aufzuschreiben.

Geschichte hat Dieter Fickers schon immer interessiert. Sie ist seine Leidenschaft und diese Leidenschaft hat er auch an seine Tochter Carla vererbt. Sie studierte auf Lehramt. Zu ihren Fächern gehörte auch Geschichte. Ihr Vater habe die Geschichte für sie lebendig gemacht, erzählt sie.

Schon als er noch als Eisenbahner tätig war, hatte Dieter Fickers eine Chronik zur Eisenbahn auf Wangerooge erstellt. Die Station auf der Insel hatte er damals geleitet. So war die Chronik zur Nordschule nicht seine letzte. Es folgte ein Werk zu 120 Jahren der Schulen im Oldenburger Land.

Seit knapp 18 Jahren arbeitete Dieter Fickers an seinen Findbüchern. Reiht man alle Stunden, die er im Zeitungsarchiv verbracht hat, aneinander, wäre er ein halbes Jahr nonstop bei der Recherche gewesen, erzählt er. In seinen Findbüchern hat Dieter Fickers Artikel und Aufsätze aus Zeitungen, Zeitschriften und Magazinen nach Stichwörtern sortiert, von 1883 bis 1908.

Auch Querverweise, wenn sich zum Beispiel Begrifflichkeiten geändert haben, sind darin enthalten. „Wir nutzen bereits eine Version dieser Findbücher im PC. Das ist sehr hilfreich“, betont Heddo Peters.

Die Arbeit sei schon eine spannende Sache gewesen, sagt Dieter Fickers, immer wieder sei er auf kuriose Geschichten gestoßen und habe interessante Menschen kennengelernt, erzählt er. Durch seine Chronik über die Nordschule habe er zum Beispiel Kontakt zu den Nachfahren des ersten und des zweiten Schulleiters geknüpft.

„Teilweise habe ich auch ungefragt zugearbeitet. Wenn ich gelesen habe, dass zum Beispiel die Landwirtschaftschule Wildeshausen einen runden Geburtstag feiert, habe ich mein Material hingeschickt“, erzählt Dieter Fickers. So machte er sich auf diesem Gebiet einen Namen. Inzwischen melden sich die Leute bei ihm, wenn sie zu einem Thema recherchieren, freut sich der 76-Jährige.

Doch damit soll nun erstmal Schluss sein, erzählt Dieter Fickers. Die aktualisierte Version seines Findbuchs soll seine letzte Archivarbeit sein. Er wolle sich nun neuen Hobbys widmen, er wolle mehr Zeit mit der Familie verbringen und die Bücher lesen, die er im Laufe der Zeit angesammelt hat.