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Heimatkunde Beim Schwimmbadbau die Karre geschoben

Jens Milde

NORDENHAM - Als in dem kleinen Örtchen Rönnelmoor im Jahre 1951 das Schwimmbad gebaut wurde, da schob auch Klaus Wessels fleißig die Schubkarre hin und her. Im selben Jahr hatten die Rönnelmoorer und Achtermeerer ihren Sportplatz in Eigenarbeit angelegt. Klaus Wessels erinnert sich gerne an seine Jugendzeit, als das Rönnelmoorer Schwimmbad das einzige in der Wesermarsch war und an schönen Tagen bis zu 700 Besucher in die Provinz lockte. Mehr als 25 Jahre hat Klaus Wessels in Rönnelmoor gelebt. Jetzt hat er ein Buch über seinen ehemaligen Heimatort geschrieben und es dem Rüstringer Heimatbund zur Verfügung gestellt.

1500 Exemplare

Das Buch „Rönnelmoor – Von der Moorkolonie zur Sporthochburg“ erscheint in einer Auflage von 1500 Exemplaren. Die Mitglieder des Heimatbundes bekommen es als Jahresgabe, wenn sie den Gutschein einlösen, der in dem im Dezember erscheinenden Boten enthalten ist. Für alle anderen ist das Buch in den Buchhandlungen in der nördlichen Wesermarsch erhältlich.

Der Heimatbund-Vorsitzende Hans-Rudolf Mengers lobt die Arbeit von Klaus Wessels, der den

NWZ

 -Lesern als Verfasser plattdeutscher Kolumnen bekannt ist. Der 74-jährige Rodenkircher ist Mitglied des Schriverkrings. Auf die Idee, ein Buch über Rönnelmoor zu schreiben, haben ihn Mitglieder des Rönnelmoorer Turnvereins gebracht. Dort hatte er 2007 die Festrede zum 100-jährigen Bestehen gehalten.

Vor drei Jahren machte sich Klaus Wessels an die Arbeit. Und wer den 74-Jährigen kennt, kann sich denken, dass er nicht die Absicht hatte, eine staubtrockene Chronik zu verfassen. In seinem Buch schildert der Autor auch eigene Erlebnisse, es gibt einige Döntjes und auch einige plattdeutsche Passagen.

Natürlich ist das Buch auch Lesestoff für alle, die an Heimatkunde interessiert sind. Es beginnt mit der Siedlungsgeschichte des Dorfes, die bis in das Jahr 1800 zurückreicht. Bis zum Jahre 1845 gab es in Rönnelmoor 64 Kolonisten, die bei der Kultivierung der Moore hart arbeiten mussten. Ihren Lebensunterhalt verdienten die Menschen mit dem Torfabbau und mit dem Anbau von Roggen, Hafer, Kartoffeln und schweren Marschfrüchten.

Erinnerungen an Sturmflut

Klaus Wessels beschäftigt sich mit dem Landleben in der Nachkriegszeit, mit der Trinkwasserversorgung in Rönnelmoor und Achtermeer. Die Sturmflut im Jahre 1962 erlebte Klaus Wessels als Jungbauer mit. Seine Erinnerungen daran hat er in plattdeutscher Sprache niedergeschrieben. Weiter geht es um das Leben auf den Höfen, um Handel, Gewerbe und Handwerk und um das Vereinsleben, an dem Klaus Wessels ein Vierteljahrhundert rege teilgenommen hat.

Nicht ohne Wehmut ruft der 74-Jährige jene Zeit in Erinnerung, als das, was er und viele Mitstreiter Anfang der 50er-Jahre aufgebaut hatten, wieder Geschichte war. 1997 wurden Sportplatz und Schwimmbad verkauft. Drei Jahre später wurde die Anlage geschlossen.

Ein dickes Dankeschön richtete Klaus Wessels am Dienstag an Caterina Auffarth, Dieter Bloem, Heino Warns, Reinhard Meyer und nicht zuletzt an seine Frau Erika Wessels. Sie hatten den Autor auf ganz unterschiedliche Weise bei seiner Arbeit unterstützt.

will Klaus Wessels sein Buch „Rönnelmoor – von der Moorkolonie zur Sporthochburg“ vorstellen und zum Verkauf anbieten: am Sonntag, 21. November, ab 15 Uhr im Schützenhaus Rönnelmoor, am Sonntag, 28. November, ab 15 Uhr im Friesenheim Rodenkirchen und am Montag, 29. November, ab 19.30 Uhr im Landhaus Diekmannshausen.

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