NORDENHAM - Ein Konzert der Extraklasse haben die Swingin' Fireballs in der Jahnhalle gegeben. Das Bremer Swing- und Jazzensemble ist dem Nordenhamer Kulturzentrum bereits seit vielen Jahren treu. Zuletzt waren die acht Vollblutmusiker vor drei Jahren mit einem Weihnachtskonzert dort zu Gast. Trotz des verlängerten Reisewochenendes kamen am Freitagabend rund 150 Besucher, so dass von Anfang an eine angenehme Atmosphäre im Konzertsaal herrschte.

Zu Gast bei James Last

Sein Programm hatte das Oktett derweil in Erwartung eines ganz besonderen Ereignisses neu aufgebaut: Am kommenden Wochenende wollen die Swingin' Fireballs ein Festkonzert zu Ehren von James Last eröffnen. Der gebürtige Bremer und weltweit erfolgreiche Arrangeur, Bandleader und Musikproduzent wird in einem feierlichen Akt zum Ehrensenator der Hochschule für Künste in der Hansestadt ernannt. „Wir wollen den heutigen Abend als Generalprobe nutzen“, scherzte Fireballs-Bandleader und Sänger Andre Rabini.

Dass viele der Stücke von den Musikern in der Jahnhalle zum ersten Mal live gespielt wurden, merkte man kaum. Das Ensemble präsentierte sich in gewohnt ausgezeichneter Form und ging mit fast schon unheimlicher Energie und energischem Drive ans Werk. Die Bläserfraktion um Holger Becker (Trompete), Matthias Rambach (Trompete), Volker Bruder (Alt-/Baritonsaxophon, Klarinette) und Matthias Schinkopf (Tenorsaxophon) spielten sich derartig präzise und mit großer Virtuosität durch das Programm, wie es selbst bei Profibands längst nicht selbstverständlich ist.

In der Rhythmussektion sorgten Micha Keding (Kontrabass) und Friedemann Bartels (Schlagzeug) für klare Verhältnisse, egal ob es sich um Latin („Brazil“), Jump’n'Jive („Buona Sera“) oder klassischen Swing à la Glenn Miller („Chattanooga Choo Choo“) handelte. Sänger Andre Rabini überzeugte nicht nur stimmlich, sondern wusste auch charmanter Conferencier zu begeistern.

Geheimwaffe am Klavier

Die Geheimwaffe der Feuerbälle saß jedoch, ganz unscheinbar, am Klavier: Joachim Refardt zeichnete für das Arrangement der Songs verantwortlich und hatte dabei ganze Arbeit geleistet: Aus nur acht Instrumenten zauberte er bei populären Standards wie zum Beispiel „In the Mood“ einen Big Band-Sound hin, für den selbst Genrekönig Glenn Miller seinerzeit ein ganzes Orchester auffahren musste. Abgerundet wurde das Set im Zugabenteil durch einige, auch in der Populärkultur bekannte Songs, wie „I Wanna Be“ aus Disneys Dschungelbuch oder „Minnie the Moucher“ aus dem „Blues Brothers“-Film.

Die Swingin' Fireballs bereiteten ein musikalisches Festmahl in der Jahnhalle. So frisch, temperamentvoll und unterhaltsam wie an diesem Abend werden Swing und Jazz in nächster Zeit dem Publikum wohl nicht wieder auf den Tisch kommen.