NORDENHAM - Die Jahnhalle war am Sonnabend der Schauplatz eines Konzertes der deutlich härteren Gangart. Die Nordenhamer Bands Time to Request, Forgotten Era und Aparathus hatten in das Kulturzentrum eingeladen. Etwa 60 Zuschauer in zumeist rabenschwarzer Kleidung fühlten sich von dem Konzert angesprochen.

Den Anfang machten Time to Request. Dominik Dijk (Gitarre), Christian Kalytta (Gitarre), Ian Morten (Gesang) und Dennis Milde (Schlagzeug) gaben dabei ihr erstes öffentliches Konzert. Musikalisch bewegte sich das Quartett zwar eindeutig im Metalbereich, in eine eindeutige Schublade ließen die jungen Musiker sich jedoch nicht stecken. Neben einigen Coverversionen wie zum Beispiel von der Punkband The Offspring hatte Time to Request auch eigene Lieder mit teilweise deutschsprachigen Texten im Gepäck. Leider wirkte der Sound in einigen Stücken etwas undifferenziert. Die Musiker von Forgotten Era legten deutlich mehr Kohlen auf. Wesentlich durchdachter und melodiöser wirkten Stücke wie „Ghost of the Forrest“, die das Sextett selbst geschrieben hatte. Christian Cordes und Söhnke Janßen beeindruckten mit einigen furiosen Gitarrensoli. Für den Gesang war es Forgotten Era zudem gelungen, den heimlichen Star der Nordenhamer Metalszene, Michael „Kommisar“ Köster, zu engagieren. Dennis Milde

sorgte am Schlagzeug für den nötigen Druck, während Konstantin Voßhoff am Bass aushalf. Am Keyboard war Christoph Sobel für die – im Blackmetal typischen – weiten musikalischen Flächen zuständig.

Dritte Band des Abends war schließlich Aparathus. Eine Gruppe, die bekannt für ihr eher schwieriges Verhältnis zur Harmonie ist. Das Trio bot dem Publikum technisch sehr anspruchsvolle, extrem progressive Deathmetal-Musik. Muhammed Savci und Felix Stefanoff waren dabei für präzise Gitarren-Riffs zuständig während Konstantin Voßhoff, am Schlagzeug eine Double-Bass-Salve nach der anderen abfeuerte. Till Peplau malträtierte derweil dermaßen seine Bassgitarre, dass buchstäblich die Wände wackelten. In den Pausen nutzte die Band die Gelegenheit, ihr erstes selbstproduziertes Album „Attic of Disembowelment“ zum Kauf anzubieten.

Dass der Metalkonzertabend in der Jahnhalle insgesamt nicht wirklich gelungen war, lag weniger an den durchaus ambitionierten und guten Bands, sondern vor allem an dem kleinen und zudem müden Publikum. Nur wenige Zuhörer konnten sich zwischendurch von ihren Sitzen aufraffen, so dass die Fläche vor der Bühne zu meist leer blieb. Daher konnte natürlich keine Stimmung aufkommen, und auch das sonst obligatorische Headbangen fiel eher mau aus.