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Jour De France So schön klingt es in der Stadt der Liebe


Jenny Schäuffelen und Marie Giroux zogen die  Besucher  bei ihrem Konzertabend zum Jour de France in ihren Bann.
Andreas Gruner

Jenny Schäuffelen und Marie Giroux zogen die Besucher bei ihrem Konzertabend zum Jour de France in ihren Bann.

Andreas Gruner

Nordenham - Für die Deutschen ist Paris die Stadt der Liebe, für die Franzosen Inspiration und die Wiege der französischen Chansons. Davon konnten sich am Samstag mehr als 100 Besucher in der Jahnhalle überzeugen. Das deutsch-französische Künstlerduo „Pariser Flair“ mit Marie Giroux und Jenny Schäuffelen entführte sein Publikum gut anderthalb Stunden in die geschichtsträchtige französische Metropole.

Die beiden Frauen hatten bei ihrer musikalischen Stadtführung zahlreiche Ausflugstipps für Paris-Touristen im Gepäck: sei es das Künstlerviertel Monmartre, in dem nicht nur Vincent van Gogh, Henri Matisse oder Paul Cézanne gelebt und gewirkt haben, das nicht gerade preiswerte Gourmet-Restaurant Le Fouquet`s auf den Champs-Élysées, der Geheimtipp für Touristen – das Le Voltaire im Arrondissement 7, das Kaufhaus Les Galeries Lafayette mit seiner Jugendstilarchitektur, das zu den ältesten Frankreichs gehört, oder auch das Moulin Rouge im Rotlichtviertel Pigalle. Aufgelockert wurden die humorvoll präsentierten Reisetipps durch musikalische Beiträge, bei denen die Chansons im Mittelpunkt standen.

Von Piaf bis Aznavour

Los ging es mit „Sou le ciel de Paris“, das bis heute weltweit von zahllosen renommierten Sängern interpretiert worden ist und unter anderem auch von Édith Piaf und Yves Montand gesungen wurde. Bald folgten Lieder von Sacha Guitry („J’ai deux amants“), Charles Aznavour („Du läßt dich geh’n“) , Mirelle Mathieu („Pariser Tango“), Jacques Brel („Ne me quitte pas“) und Claude François („Comme d’habitude“). Dabei begleitete die Pianistin Jenny Schäuffelen, die in Berlin an der renommierten Hanns-Eisler-Hochschule für Musik studiert hat, die in Frankreich ausgebildete Opernsängerin Marie Giroux auf dem Klavier oder Akkordeon.

Sowohl stimmlich als auch instrumental war das Ergebnis beeindruckend. Das fand auch Besucher Christoph Buchwald aus Fedderwardersiel, der nichts von der klassischen Gesangsausbildung der Sängerin wusste. „Das ist richtig gut“, meinte der pensionierte Musik- und Deutschlehrer. „Das hört sich nicht nur nach Chansonsängerin an, sondern das hat definitiv etwas von Oper. Und die Wortbeiträge sind wirklich stimmig, wenn es zum Beispiel um Frauen und ihr Faible für Schuhe geht.“

Lob fürs Publikum

Mitunter zogen Marie Giroux und Jenny Schäuffelen ihre Zuschauer aber auch aktiv in das Geschehen mit ein. Erst ging es darum, in mehreren Schritten die Grundhaltung des Tango einzunehmen, dann musste das Publikum französische Persönlichkeiten wie beispielsweise den Schriftsteller Victor Hugo oder den Geisteswissenschaftler, Naturforscher und Komponisten Jean-Jacques Rousseau auf Fotos identifizieren. „Nordenham, ihr macht das richtig gut“, lautete das Lob der beiden Musikerinnen. Zum Schluss, nach viel Applaus, gab es drei Zugaben, darunter auch Édith Piafs „Non, je ne regrette rien“. Einige Besucher nutzten die Gelegenheit, um sich nach dem Konzertabend noch mit den beiden Musikerinnen bei Käse und Wein zu unterhalten.

Die musikalische Stadtführung war in Kooperation mit den Freundeskreisen Nordenham/Saint-Étienne-du-Rouvray und Stadland/Petit-Caux organisiert worden, die auch für französischen Rotwein, Käse und Baguettes in der Jahnhalle gesorgt hatten. Der Abend kam bei den Gästen so gut an, dass schon jetzt überlegt wird, das Künstler-Duo im nächsten Jahr noch einmal zu engagieren.

Anlass für den französischen Musikabend war der „Jour de France“, der an die Unterzeichnung des deutsch-französischen Partnerschaftsvertrags vor 55 Jahren erinnern soll. Am 22. Januar 1963 hatten ihn Charles de Gaulle und Konrad Adenauer in Paris unterzeichnet. Der Vertrag hat Tausende von Kommunalpartnerschaften und Hunderttausende Begegnungen und Freundschaften zwischen den Menschen beider Länder nach sich gezogen und ist nach wie vor ein Grund zum Feiern.

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