NORDENHAM - Als am Freitagabend drei Nordenhamer Bands der härteren Gangart zur „Mosh-Night“ in die Jahnhalle einluden, ließen die Zuschauer nicht lange auf sich warten: Rund 90 zumeist jüngere und schwarz gekleidete Besucher waren der Einladung von Aparathus, Forgotten Era und Mowha gefolgt.

Während es in der Heavy-Metal-Musik durchaus einige Strömungen gibt, die aufgrund ihrer eingängigen Melodik auch den Mainstream-Freunden oft sofort zusagen, sollte es an diesem Abend tatsächlich um die brachialeren Formen des Genres gehen.

Den Anfang machten Aparathus. Konstantin Voßhoff (Schlagzeug), Felix Stefanoff (Gitarre) und Till Peplau (Bass), allesamt Schüler des Gymnasiums Nordenham, gaben an diesem Abend zwar ihr Live-Debüt. Aber das war der Band nicht anzumerken. Das Songwriting der Gruppe, die nur eigene Stücke im Programm hatte, fiel durch extrem progressive, technisch anspruchsvolle Elemente auf. Trotzdem dürften die Instrumente stellenweise extrem gelitten haben. Die Texte, die das Trio sich aus dem Leib brüllte als hinge das Leben davon ab, waren zwar nicht zu verstehen. Aber Titel wie „Attic of Disembowelment“ (Dachboden der Ausweidung) versprachen Morbides.

Während Aparathus offensichtlich ein angespanntes Verhältnis zur Harmonie hatten, kam bei der zweiten Band, Forgotten Era, wieder mehr Melodik ins Spiel. Keyboarder Christoph Sobel sorgte für weite Klangflächen, während Christian Cordes und Söhnke Janßen mit ihren atemberaubenden Gitarrensoli den einen oder anderen jüngeren Fan in Erstaunen versetzten. Aber auch Forgotten Era machten musikalisch keine Gefangenen: Dennis Milde (Schlagzeug), Hans-Rasmus Steinke (Bass) und Noel Klitscher (Gesang) sorgten für den nötigen Druck.

Den Höhepunkt des Abends bildeten dann Mowha: Kaum trat Frontmann und Sänger Michael Köster (früher The Now Noise und Lovebandits) mit gespenstischer Maskierung auf die Bühne, bewegten sich die meisten Metalbegeisterten ohne Aufforderung in Richtung Bühne. Das gelingt Musikern in der Jahnhalle nicht oft. Was dann folgte, kann man am besten mit einer Dampfwalze vergleichen: Simpel, eingängig und geradeaus ließ es das Quintett richtig krachen. Neben der professionellen Show sorgten bekannte Nordenhamer Gesichter wie Dennis Eickermann (Golden Erection) am Bass, Noel Klitscher (Worst Case Scenario, Tyske Ludder) am Schlagzeug sowie Delf Lüdecke und Kai Uwe Debelts an den Gitarren dafür, dass auch musikalisch nichts anbrannte. Hier stimmte wirklich alles. Und auch nach einem sehr langen Programm aus eigenen und gecoverten Stücken verlangte die neu entstandene Fangemeinde noch lautstark nach Zugaben.

Für Freunde der Musikrichtung war der Abend trotz des relativ hohen Eintrittsgeldes sicher ein großer Spaß. Und neuere Bands wie Aparathus hatten die Möglichkeit, ihre nicht unbedingt massentaugliche Musik einmal live auszuprobieren. Einige andere Zuhörer hingegen werden sicher eher kopfschüttelnd nach Hause gegangen sein. Aber über Geschmack kann und darf man sich ja zum Glück auch streiten.