NORDENHAM - NORDENHAM - Es war ein stimmungsvolles Konzert in der Jahnhalle, auch wenn es bisweilen etwas laut zuging – für manch einen Musikfreund zu laut. 200 Besucher kamen am Freitagabend in die Jahnhalle, um mit den „Swingin‘ Fireballs“ auf Zeitreise zu gehen. Es ging zurück in die 50er- und 60er-Jahre, als viele Musikfreunde den Bigband-Sound noch an diesen altertümlichen Radios mit ihren magischen Augen genossen.

Zum vierten Mal gastierte die Bremer Band in der Jahnhalle. Und wieder erinnerte sie mit ihrem Programm an das legendäre „Rat Pack“, wie die vielleicht größten Entertainer aller Zeiten genannt werden: Frank Sinatra, Sammy Davis jr. und Dean Martin.

Allein durch die Kameraleute, die für die Produktion einer DVD unentwegt durch die Jahnhalle huschten, bekam der Auftritt einen Hauch von Superstar-Atmosphäre. Aber dieses Beiwerk hätte der Star des Abends, Sänger André Rabini, nicht benötigt. Er überzeugte von Beginn an. Ob er im Verlaufe des Abends die schmelzige, leicht promillehaltige Stimme von Dean Martin oder den unverwechselbaren Stil eines Frank Sinatra imitierte, er kam den Originalen unglaublich nahe. Rabini war es auch, der durch das Programm führte und hier und da seine Späße und Sprüche inklusive einer guten Prise Selbstironie anbrachte. Beim Publikum kam das gut an.

Ein weiteres Markenzeichen der Band ist der vierstimmige Bläsersatz. Mit nur zwei Trompeten und zwei Saxophonen gelingt ein erstaunlich kompakter und starker Sound, der nach mindestens doppelt so vielen Bläsern klingt. Den Trompetern Holger Becker und Matthias Rambach sowie den Saxophonisten Volker Bruder und Matthias Schinkopf war diese erstaunliche Leistung zu verdanken. Ihr hervorragendes Können stellten aber auch Micha Keding am Kontrabass, Friedemann Bartels am Schlagzeug und Joachim Refardt am Klavier unter Beweis. Das Publikum belohnte die Musiker mit Szenenapplaus. Frank Sinatras „I Love Paris“, Louis Primas „Buena Sera“ oder Glenn Millers „In The Mood“ – bei den „Fireballs“ waren diese Stücke in den besten Händen.

Nach mehr als drei Stunden – einschließlich zweier Pausen und zweier Zugaben – ging ein erlebnisreicher Abend zu Ende. Das Publikum erlebte Swing im Geiste der legendären Entertainer, Bigband-Sound, Mambo und mehr – ein faszinierender musikalischer Cocktail.