NORDENHAM - Musik zum Mitwippen, zum Schwofen, zum Abrocken, zum Mitsingen, zum Fingerschnipsen, zum Luftgitarrespielen, zum Zuhören – all das bekommt das Publikum am Sonnabend in der Nordenhamer Jahnhalle geboten. Die Erste Allgemeine Lehrerband und ihr Ableger, die Gruppe EAL-Vokal, treten erstmals gemeinsam auf. Und 180 Besucher verbringen einen kurzweiligen Abend mit den Urgesteinen der Nordenhamer Musikszene.
Die EAL macht den Anfang. Hats aber nicht leicht, das Publikum in Schwung zu bringen. Viele Besucher haben sich Sitzplätze auf der Galerie gesichert. Unten im Saal klafft ein riesiger Graben zwischen Bühne und Publikum, der sich bis in den späten Abend nicht so recht schließen will. Aber sie geben ordentlich Gas. Alfred Ferenz (Bass), Andreas Plump (Gitarre), Norbert Bröer (Gitarre), Volker Hofschildt (Schlagzeug) und Michael Lindenberg (Gitarre, Gesang) gehen auf Beutezug durch die Rockgeschichte der vergangenen vier Jahrzehnte.
Das Repertoire reicht von Deep Purple bis zu Oasis. „Walk this Way“ von Aerosmith zum Abschluss des ersten Parts ist ein echter Kracher. Druckvoll, laut, ein bisschen dreckig – so wie es sich gehört. Gleich mehrere Titel von Lenny Kravitz haben sie im Programm. Im zweiten Part gelingt es den Musikern immer besser, das Publikum aus der Reserve zu locken.
Es herrscht eine familiäre Atmosphäre in der Jahnhalle. Kein Wunder, schließlich kennt man sich, zum Teil seit Jahrzehnten. Auch für die EAL-Vokalgruppe ist der Auftritt in der Jahnhalle ein klassisches Heimspiel, bei dem man sich die Sympathie des Publikums nicht erst erspielen muss. Die Vokalgruppe verzichtet auf Verzerrer. Dafür gibt es glasklare Melodien auf akustischen Gitarren und sehr schöne mehrstimmige Gesänge.
Neben Alfred Ferenz und Norbert Bröer gehören noch Helmut Reins, Dietmar Brückner und Hartmut Buck zu der Formation, die viele Oldies aus den 60er- und 70er-Jahren hervorkramen. Von den Kinks zum Beispiel spielen Alfred Ferenz und Co. ein Medley. Auch die Freunde der Mitschnippmusik werden bestens bedient, zum Beispiel mit „All shook up“ von Elvis Presley und „Rum and Coca Cola“ von den Andrew Sisters. Das Publikum hat seinen Spaß an vielen lange nicht gehörten Titeln und belohnt die Musiker mit viel Applaus und Zugabe-Forderungen.
