NORDENHAM - Mittlerweile ist es gut zehn Jahre her, als ein Robbie Williams sich einen Traum erfüllte und eine Compact-Disc im Stile von Frank Sinatra aufnahm. Doch was damals als Novum gefeiert wurde, hatte in Bremen schon Tradition. Denn seit 1999 tourten die Swingin’ Fireballs durch die Clubs und Konzertsäle der Hansestadt. Was in dem kleinen Bundesland an der Weser als Geheimtipp gefeiert wurde, schlug schnell Wellen in der ganzen Republik. Swingmusik der 60er Jahre war Hip und die Swingin’ Fireballs ganz oben auf.
Elektrisierend
Man kann also behaupten, die Swingin’ Fireballs machten es vor, Robbie Williams machte es nach – und noch heute, über eine Dekade später, haben die acht Herren noch nichts von ihrer Energie eingebüßt. Ein Konzertabend mit den „Feuerbällen“ ist so elektrisierend, würde man es in Strom umwandeln können, wir bräuchten uns keine Gedanken um alternative Energiequellen zu machen.
Frontmann und Sänger André Rabini zog das Publikum in der Jahnhalle nicht nur mit seiner tollen Stimme in seinen Bann, sondern entpuppte sich auch als Entertainer par excellence. Mit seinen spaßigen Anekdoten brachte er die gut 120 Gäste immer wieder zum Lachen.
Zum fünften oder sechsten Male stand die Band auf der Jahnhallenbühne – genau wusste es André Rabini nicht mehr, aber es war hier jedes Mal besonders schön.
Die Swingin’ Fireballs arrangieren bekannte Lieder neu, so auch den Klassiker „That‘s Amore“ von Dean Martin. Nach einem ruhigen Intro kam dann auch die Warnung an das Publikum „Jetzt mal schön die Schlübber festhalten“, bevor die sprichwörtlichen Feuerbälle musikalischer Art in das begeisterte Publikum gefeuert wurden.
Mehrfach Applaus
Die vierköpfige Bläserkompanie, bestehend aus Holger Becker, Matthias Rambach, Volker Bruder und Matthias Schinkopf, erntete so auch mehrfach verdienten Applaus für ihre Soli. Rhythmisch unterstützt wurden sie dabei von Micha Keding am Kontrabass und Friedmann Bartels am Schlagzeug.
Eher zurückhaltend zeigte sich Joachim Refardt am Piano, welcher aber für die meisten Arrangements der Band verantwortlich ist. Stille Wasser sind bekanntlich sehr tief.
Unglaublich präzise, ohne jedoch steril zu wirken, spielten die acht Musiker auch die kompliziertesten Stücke mit einer Leidenschaft, wie sie ansteckender nicht sein kann. Ihr anspruchsvolles Programm ist gespickt mit Höhepunkten. So war es kein Wunder, dass das Nordenhamer Publikum gleich mehrere Zugaben forderte.
Doch auch der schönste Konzertabend geht einmal zu Ende, darum heißt es jetzt nur noch warten. Warten auf das sechste oder doch siebte Konzert der Swingin’ Fireballs in der Jahnhalle.
