NORDENHAM - NORDENHAM/KW - Ob harte Metalriffs, schmissige Rocksongs oder sanfte Balladen: Bei der zweiten Ausgabe des Jupa-Jam am Sonnabend in der Jahnhalle war die musikalische Vielfalt groß. Sechs junge Bands aus der Umgebung hatten sich angekündigt, und gut 400 Zuhörer folgten der Einladung des Jugendparlaments zu der Konzertnacht.

Den Anfang machte „Forgotten Era“. Die fünfköpfige Gruppe – bestehend aus Dennis Milde, Sönke Janssen, Christoph Sobel, Noel Klitscher, Christian Cordes und Hans-Rasmus Steinke – hatte ihren Debütauftritt, was man den Musikern jedoch nicht anmerkte. „Forgotten Era“ spielte melodischen, aber kompromisslosen Heavy-Metal auf hohem technischen Niveau und hatte auch interessante eigene Songs im Gepäck.

Danach folgten die „Dirty Wings“. Um den Zeitplan einhalten zu können, war die Spielzeit für jede Band auf eine gute dreiviertel Stunde begrenzt. Die „Dirty Wings“ überzeugten erneut auf ganzer Linie: Ob nun das groovige Bassspiel von Sebastian Schultz oder die hervorragende Bühnenpräsenz von Lasse Blaschke und Immo Cornelius, hier passte alles zusammen. Als der talentierte Schlagzeuger und Sänger Valentin Dudeck schließlich den selbstgeschriebenen Song „Picture“ anstimmte und ein Großteil des Publikums sich auf den Boden setzte und die Feuerzeuge herausholte, war sicher einer der Höhepunkte des Abends erreicht.

Doch die Zuhörer zeigten sich ausdauernd. Die nächste Gruppe, „Kleine Kritik“, hatte viele eigene Lieder dabei, die sich im Bereich des Punk und Hardrock bewegten. Beim Publikum kam das Quintett gut an; es wurde reichlich gepogt und getanzt.

Es folgte die Oldenburger Progressive-Metal-Formation „Experience X“, in der auch Timo Südhoff (Sänger bei „Regicide“) mitwirkt. Diese Gruppe war sicher die professionellste Band an diesem Abend, kam jedoch beim Publikum trotz einer gelungenen Vorstellung nicht so gut an. Das lag zum einem daran, dass viele Konzertbesucher nun doch eine Atempause brauchten, und zum anderen an der Tatsache, dass der Musikstil der Oldenburger nicht für jedermanns Ohren gemacht ist.

Nummer fünf im Ablauf bildeten die Lokalmatadoren von „Evil Clown“, die bereits im vergangenen Jahr mit ihrem charismatischen Sänger Alexander Schoenlau einen guten Auftritt hingelegt hatten. Seitdem hat sich einiges getan. Die Gruppe ist technisch wesentlich besser geworden und hat nun auch viele eigene Songs im Programm, die von den Zuhörern positiv aufgenommen wurden.

Als letzte Band des Abends kam „Barfuß“ auf die Bühne. Trotz der vorgerückten Zeit war der Großteil des Publikums noch im Saal. Das Quintett um Sängerin Verena Tönjes setzte auf hausgemachte Rockmusik in verschiedenen Facetten. Gecovert wurden etwa Songs von Idolen der 60er wie Jimi Hendrix oder Janis Joplin. Zudem hatte die Gruppe auch einige selbstgeschriebene modernere Stücke dabei. Das Publikum konnte sich noch einmal so richtig austoben, und bei einem der letzten Lieder flog dann auch die obligatorische Damenunterwäsche auf die Bühne.

Es war ein gelungener Abend, den das Jugendparlament auf die Beine gestellt hatte. Es ist den Organisatoren gelungen, beinahe die ganze Nordenhamer Jugendmusikszene unter einen Hut zu bringen und auch Zuhörer zu motivieren, die sonst mit Live-Musik eher weniger am Hut haben. Die Stimmung in der zeitweilig rappelvollen Jahnhalle war auf jeden Fall hervorragend.