NORDENHAM - Fünf Musiker: nicht mehr die Jüngsten. Das Publikum: überwiegend grau-meliert mit einem kleinen Haarkranz. Auch die Musik war schon etwas älter. Und trotzdem: „Ein echt heißer Abend!“, hätte jeder 15-Jährige gesagt. „Herrlich schön!“ urteilten die Zuschauer. Das E.A.L.-Vokal-Ensemble trat auf im Frack, weißen Westen und scheußlich gestreifter Krawatte. Nicht wirklich, aber aufgedruckt auf T-Shirts. Nur der Jüngste, Sänger Hartmut Buck, hatte beim Einheitslook gekniffen.

Nichts-desto-trotz: Die Leidenschaft zu ihrer Musik verbindet die fünf. „Wir sind keine begnadeten Solo-Sänger. Aber wir singen schon elendig lange zusammen,“ sagt Alfred Ferenz, Bandleader, Sänger und Bassist.

Alles begann vor etwa zehn Jahren bei Klaus Eckard in der Küche. Seither hat sich die Gruppe, zu der auch Helmut Reins (Schlagzeug), Norbert Bröer (Gitarrist) und Dietmar Brückner (Gesang) gehören, gemausert.

Und die Musik? „Wir suchen uns Titel heraus, die auf uns zugeschnitten sind und singen sie dann auf unsere ganz eigene Art. So, dass es sich auch nach uns anhört,“ sagt Ferenz. „Wir müssen ja nicht davon leben. Wir spielen für uns. Wir spielen für euch.“ Was nach reinem Spaß klingt, hat inzwischen Klasse: Die Lieder beim Konzert im Güterschuppen krochen unter die Haut und erinnerten die ausgelassenen Gäste an ein wunderschönes Gestern. Ob von den Andrew Sisters, den Wise Guys, Creedence Clearwater, den Beatles oder Crosby, Stills, Nash & Young: Es gab Ohrwürmer für die Seele. E.A.L.-Vokal war mit dieser Nostalgie ganz modern. Das Publikum, mit brennenden Feuerzeugen und elektrischen Leuchtstäben winkend, wippte mit den Füßen, tanzte, nahm sich in den Arm, sang mit und klatschte rhythmisch auf die Oberschenkel.

Deutlich war zu merken, dass die Musiker von ihrer Musik selbst hin und weg waren – wenn Alfred Ferenz etwa voller Anspannung lachte oder Dietmar Brückner sich durch die Haare wuschelte. Da wunderte es nicht, dass die fünf von E.A.L.-Vokal in der Zugabe erst richtig aufdrehten und – ohne auf die Uhr zu schauen – die Zugabe einfach noch zu einer dritten Halbzeit machten.