NORDENHAM - Das Bild mit dem Titel „Selbst: Sehnsucht-Heimweh“ zeigt den Union-Pier, wie er sich dem Schüler Werner Repert im Jahr 1966 darstellte. Der Künstler, 1949 in Friedrich-August-Hütte geboren, hat ihn aus seiner Erinnerung heraus gemalt.
Das im Jahr 2008 entstandene Gemälde gehört zu den eindrucksvollen Arbeiten, die der Kunstverein Nordenham in seiner Ausstellung zum 100-jährigen Bestehen der Stadt präsentiert. Das Bild ist gleichsam charakteristisch für das Thema der Werkschau, verdeutlicht es doch anschaulich die Beziehung der Menschen zu ihrer Stadt am Strom. Denn Werner Repert, ein Schüler des Zeichenlehrers Kurt Lemke, hatten diesen Ort während des Unterrichts oftmals abbilden müssen.
Der im Hunsrück lebende Künstler hat die Wurzeln zu seiner Heimatstadt nie gekappt. Zu intensiv sind die Erinnerungen an seine Kindheit und die Bekannten, mit denen er an diesem Ort philosophierte. „Auf dem Bild komme ich in meinem jetzigen Lebensalter vom Union-Pier herab und blicke zur linken auf meine früheren Freunde“, bescheibt Werner Repert die Szene. Der Union-Pier war nach seinen Worten im Jahr 1968 eine Art intellektueller Treffpunkt.
Das Bild ist vielschichtig. Zum einen sieht der Künstler seine damalige Ferundin darin. Zum anderen sitzt dort die imaginäre Figur des „Abel mit der Mundharmonika“ nach der gleichnamigen Novelle von Manfred Hausmann, die 1932 erschienen ist und auf der Außenweser spielt.
Nach dem Abitur am Gymnasium Nordenham im Jahr 1968 studierte Werner Repert das Fach Kunst in Mainz. Das Hauptfach Malerei belegte er bei Peter Paul Etz. Als Kunstlehrer war er unter anderem in Wiesbaden und Buenos Aires tätig. Werner Repert lehrt im Fachbereich für Bildende Kunst an der Universität Mainz.
