NORDENHAM - Zehn prägende Jahre ihres Lebens hat sie in Nordenham verbracht – und jetzt kehrt sie mit einem Buch über diese Zeit zurück: Roselie Görlich. An diesem Freitag stellt die 70-Jährige ab 18.30 Uhr in der Buchhandlung Kiekinnewelt an der Bahnhofstraße 9 ihre Autobiografie vor.
Das 200-Seiten-Werk trägt den Titel „Ich denke oft an Piotrowka“. Schon dieser Titel unterstreicht den humorvollen Unterton des Werkes. Denn er erinnert an den 1955 erschienenen Film „Ich denke oft an Piroschka“, einen der erfolgreichsten Filme der 50er Jahre.
Piotrowka ist der Geburtsort der Autorin. Er liegt in Oberschlesien und hieß bis 1946 Petersgrätz. Schon im Januar 1945 verließen Roselie Görlich und ihre Mutter das Dorf vor der heranrückenden Roten Armee auf einem offenen Schlitten. Gut zwei Jahre verbrachten sie in der sowjetischen Besatzungszone, wo sie Hunger litten.
Im April 1947 kamen sie zu einer Tante in die damalige Gemeinde Abbehausen. Hier ging es ihnen nicht immer gut, aber deutlich besser als im Osten. In den ersten Monaten arbeitete die Mutter als Erntehelferin auf dem Hof des letzten oldenburgischen Ministerpräsidenten Theodor Tantzen in Heering.
Roselie Görlich besuchte von 1947 bis 1951 die Volksschule Abbehausen und dann das Gymnasium Nordenham, das sie 1957 mit der Mittleren Reife verließ. Sie ging nach Bremen, um Grafikerin zu werden. Heute lebt sie in Melle.
Das Buch ist eine lebendige Schilderung der Nachkriegszeit in Abbehausen und Nordenham.
