Nordenham - „Ich mag Geschichten. Ob in Büchern oder als Film, das ist mir eigentlich egal“, sagt Marcel Schmeyer, der bereits in der Schulzeit sein Faible fürs Schreiben entdeckte und vergangenen Monat seinen ersten Fantasyroman herausgebracht hat. „Tengoku – Der Junge mit den roten Haaren“ lautet der Titel des Buchs, das im Brokatbook Verlag Dresden erschienen und als Printausgabe und in der E-Book-Version erhältlich ist.

Tengoku ist japanisch und bedeutet Himmel. Die Geschichte des 24-jährigen Nordenhamers handelt von den fiktiven Abenteuern eines Jungen, dessen Bruder von zwei geheimnisvollen Männern entführt wird. Auf seiner Suche stößt der 13-jährige Protagonist Tadashi auf allerlei dubiose Gestalten und Kreaturen, die zum Teil finstere Pläne verfolgen und ihm zeitweise das Leben richtig schwer machen. Inspiriert ist der Fantasyroman durch die Werke von John Ronald Reuel Tolkien und Joanne K. Rowling sowie durch Marcel Schmeyers Affinität zu Anime-Serien und die Welt der Mangas. „Ich mag das Phantastische und halte mich selber eigentlich auch für fantasievoll und kreativ“, sagt der Nordenhamer.

Der Folgeband der Fantasygeschichte ist auch schon in Arbeit. Insgesamt sechs bis sieben Bände plant der junge Nachwuchsautor, wenn alles gut läuft. Denn Marcel Schmeyer weiß durchaus, wie schwierig es ist, sich auf dem immer größer werdenden Buchmarkt zu behaupten.

Um die 20 Verlage hat er angeschrieben, um sein Fantasy-Erstlingswerk, an dem er fünf Monate geschrieben hat, veröffentlichen zu können. Das ist eigentlich nicht viel. Schreiben liegt im Trend, und bei den großen und kleinen Verlagshäusern gehen mittlerweile jede Woche zig Manuskripte ein. Natürlich hofft Marcel Schmeyer, dass sein fiktiver Tadashi bald viele Lesefans in der realen Welt finden wird.

Aufgewachsen ist Marcel Schmeyer in Nordenham. Er besuchte das Gymnasium und ging nach der 11. Klasse mit dem erweiterten Realschulabschluss ab, um eine Ausbildung im Logistikbereich zu beginnen. Derzeit absolviert er in Lübeck eine berufliche Maßnahme über die Agentur für Arbeit. Am liebsten möchte er hauptberuflich als Schriftsteller tätig sein. Abends, auf den Zugfahrten nach Nordenham und an den Wochenenden zu Hause arbeitet er momentan an seinem Folgeroman.

„Die Handlung für die nächsten Bände habe ich im Großen und Ganzen fest im Kopf“, erzählt er. „Und ich nutze momentan fast jede Gelegenheit, um zu schreiben.“ Wichtig ist es dem Nordenhamer, der hier mit seinem älteren Bruder aufwuchs, auch, sich in der Schriftstellerszene stärker zu vernetzen. Deshalb hat er eine eigene Facebook-Seite, auf der auch eine Kurzgeschichte hinterlegt ist, erstellt, sich in verschiedenen literarischen Foren angemeldet und Buchblogger kontaktiert. „Ich hätte nie gedacht, dass Marcel mal einen Roman schreibt. Er ist der erste in unserer Familie“, freut sich auch seine Mutter Birgit Schmeyer, die das Buch „Tengoku – Der Junge mit den roten Haaren“ regelrecht verschlungen hat.