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Literaturplus Über Oma und ihren heimlichen Geliebten


Las im Vereinshaus: Janne Mommsen 
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Las im Vereinshaus: Janne Mommsen

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NORDENHAM - Erstmals hatte der Verein Literaturplus Wesermarsch zu einer Lesung mit Musik im Vereinshaus des Nordenhamer Ruderclubs eingeladen. Die Weser, die sich aus dem Clubraum im ersten Stock weithin überblicken lässt, bildete im Licht des frühen Abends eine ungewöhnliche Kulisse. Aus Rücksicht auf das EM-Fußballspiel Deutschland-Griechenland war die sehr gut besuchte Veranstaltung um eine Stunde vorverlegt worden.

Der Hamburger Autor Janne Mommsen, alias Volkmar Nebe, las Passagen aus zwei Romanen seiner bisher dreiteiligen „Oma“-Reihe, deren Schauplatz die Insel Föhr ist.

Seine Protagonistin Oma Imke Riewerts stellt er als eine unkonventionelle Frau in den Siebzigern vor. Sie ist gertenschlank, kleidet sich zu jugendlich und ist immer für Überraschungen gut.

Freiplätze bei Berlinale

Zum Beispiel ergattert sie mit ihrem Enkel Freiplätze in den Kinos der Berlinale und schafft es, mit Brad Pitt fotografiert zu werden. Dies erfährt man zu Beginn des ersten Bandes, „Oma ihr klein Häuschen“. Darin geht es um Imkes reetgedecktes Haus, das sie ihren vier Kindern überschrieben hat. Es geht aber auch um Sterben und Tod ihres vor der Familie verheimlichten Geliebten.

Janne Mommsen schildert in diesem Roman Lebenskonflikte auf ungezwungene Art aus der Sicht eines jüngeren Ich-Erzählers.

Schwerpunkt der Lesung waren Auszüge aus dem dritten Roman, „Oma dreht auf“. Imke, jetzt 77 Jahre alt, ist ihrem Heim entflohen und lebt in einer Senioren-WG mit den jüngeren Mitbewohnern Ocke und Christa.

Dramatische Situation

Sie erinnert sich noch oft an ihren verstorbenen Geliebten Johannes, ist aber in den Dingen des Alltags vergesslich geworden. Daraus ergibt sich eine dramatische Situation, die zum Glück einen guten Ausgang findet.

Man merkte Janne Mommsen bei seiner lebhaften Lesung an, dass er Spaß am Schreiben und an seinen Figuren hat. Sie werden heiter-ironisch, aber mit viel Sympathie charakterisiert.

Aus der Beschreibung einzelner Schauplätze geht hervor, dass er Föhr wie seine Westentasche kennt. Auf das Thema seiner „Oma-Romane“ ist er gestoßen, weil er die herkömmliche Vorstellung vom alten, konservativen und engstirnigen Menschen aufbrechen will. Ein vierter und letzter Band der erfolgreichen Romanreihe wird 2013 unter dem Titel „Omas Erdbeerparadies“ erscheinen.

Die Lesefolge hatte Janne Mommsen mit den Nordenhamer Musikern des „Duo Malo“ gut abgestimmt. Margret Janssen sang und spielte Tin Whistle, Mundharmonika und Querflöte, ihr Mann Lothar Schlesies begleitete sie auf der Gitarre. Irische Instrumental- und Vokalmusik sowie melancholische Songs prägten das ansprechende musikalische Programm, darunter Titel von Helmut Debus, Knut Kiesewetter und Richard Germer. Ein überraschendes Solo gab Tochter Lisa Schlesies-Janssen mit Rio Reisers anrührendem Song „Übers Meer“.

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