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Missbrauch „Gerade jetzt Gemeinde stark machen“

Horst Lohe

NORDENHAM - „Alle sind schockiert. Das ist auch für unsere Gemeinde nicht einfach. Wir fühlen uns auch betroffen und können es nicht verstehen. Wir wünschen unserer Nordenhamer Nachbargemeinde Mut und Kraft, mit dieser schwierigen Lage fertig zu werden.“

So reagierte am Mittwoch im Gespräch mit der

NWZ

  Jutta Molitor, Vorsitzende des Gemeindekirchenrates der evangelischen Kirchengemeinde Blexen, auf die Missbrauchsvorwürfe gegen einen fristlos entlassenen 45-jährigen nebenberuflichen Mitarbeiter der evangelischen Kirchengemeinde Nordenham, der den Posaunenchor geleitet hat.

Bis zur erhofften baldigen Neubesetzung der beiden Pfarrstellen in den Pfarrbezirken Blexen und Friedrich-August-Hütte trägt der dortige Gemeindekirchenrat besondere Verantwortung und zeigt gemeinsam mit vielen weiteren Ehrenamtlichen großes Engagement für das Gemeindeleben in Blexen und FAH.

Laut Oberkirchenrätin Annete-Christine Lenk gibt es in der Kirchenleitung Überlegungen, Schulungen für Gemeindekirchenräte anzubieten, damit sie für ähnliche Fälle besser vorbereitet sind. „Das ist eine gute Sache“, meint Jutta Molitor dazu.

Dienstagabend fand eine Sitzung des Esenshammer Gemeindekirchenrates statt. „Es herrschte absolute Betroffenheit und Sprachlosigkeit“, berichtet Pastorin Bettina Roth und fügt hinzu: „Da fehlen einem wirklich die Worte. Das ist etwas, was man sich im Leben nicht vorstellen möchte, dass so etwas passiert.“

„Gemeinde stark machen“ heißt das Motto für die Kirchenratswahl am 18. März. Wie stark werden die Missbrauchsvorwürfe gegen den geständigen 45-Jährigen, der zu den Kandidaten der Nordenhamer Gemeinde für die Wahl gehört hat, das Gemeindeleben beeinflussen?

Bettina Roth: „Diese Situation fordert uns alle heraus, mit offenen Ohren und Augen durch die Welt zu gehen und noch wachsamer zu sein und acht zu geben, was in unserer Gemeinde passiert. “

„Auch ich kenne den Beschuldigten und habe nichts geahnt“, sagt der Abbehauser Pfarrer Hans-Wilhelm Biermann. „Hier ist Urvertrauen, ohne das man nicht leben kann, bitter enttäuscht worden.“

Eine Folge, die eigentlich nicht so eintreten dürfe, aber menschlich verständlich sei, könnte laut Pfarrer Hans-Wilhelm Biermann sein, dass völlig unberechtigtes Misstrauen gegenüber Menschen wächst, die in der Kirche oder in anderen Organisationen in der Kinder- und Jugendarbeit tätig sind.

Das Motto der Kirchenratswahl am kommenden Sonntag „Gemeinde stark machen“ muss nach Ansicht von Hans-Wilhelm Biermann jetzt erst recht wirksam werden. „Denn es ist ja nicht die Gemeinde, die versagt hat, sondern ein Einzelner. Deshalb sollten gerade jetzt die Gemeinden stark zusammenstehen und gerade deshalb sollten Gemeindemitglieder am Sonntag zur Wahl gehen.“

Kreispfarrer Walter Janßen aus Seefeld ist Dienstagabend aus einem Urlaub zurückgekehrt und war erschüttert, als er die Nachricht von den Missbrauchsfällen in Nordenham hörte. „Auch ich habe die Arbeit dieses nebenberuflichen Kirchenmusikers und seinen ehrenamtlichen Einsatz sehr geschätzt und bin deshalb auch tief betroffen.“

Für den Kirchenkreis Wesermarsch bedeute dies auch einen starken Einschnitt im Bereich kirchenmusikalischer Aktivitäten. Walter Janßen: „Als Christen sind wird aufgefordert sowohl den Opfern als auch dem Beschuldigten Hilfe anzubieten.“

NWZ

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