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Musealog 70 Prozent finden eine Stelle

Jens Milde

NORDENHAM - Ohne die Arbeit der Musealog-Teilnehmer wären viele Ausstellungen undenkbar gewesen. Allein im Nordenham-Museum haben 20 Wissenschaftler in den vergangenen sieben Jahren wertvolle Arbeit geleistet. Die Ausstellung „Lebenswege nach Nordenham“ zum Beispiel, in der es um ganz persönliche Migrationsgeschichten geht, ist maßgeblich das Werk zweier Musealog-Teilnehmer. Am Montag haben 16 von ihnen im Nordenham-Museum bei einer feierlichen Abschlussveranstaltung ihre Zertifikate bekommen. Sie dürfen sich jetzt Fachreferenten für Sammlungsmanagement und Qualitätsstandards in Museen nennen. Und – was noch wichtiger ist: Sie können sich berechtigte Hoffnungen auf einen Arbeitsplatz machen.

Praktische Erfahrungen

Denn darum geht es bei Musealog: Arbeitslose Akademiker – in erste Linie Kulturwissenschaftler im weitesten Sinne – bekommen eine Weiterbildung, um jene praktischen Erfahrungen zu sammeln, die in der universitären Ausbildung oftmals zu kurz kommen. Wie der Leiter des Musealog-Projekts Dirk Heisig erläutert, dauert die Weiterbildung acht Monate. Neben der Schulung, in der es unter anderem um EDV, Finanzmanagement, Ausstellungsgestaltung und Museumskunde geht, sammeln sie im Museum wertvolle praktische Erfahrungen. Sichtbares Zeichen dafür sind Ausstellungen, die sie selbstständig auf die Beine stellen. Darüber hinaus arbeiten sie hinter den Kulissen, zum Beispiel bei der Inventarisierung.

Das Musealog-Projekt gibt es seit 14 Jahren. Zehn Museen aus Weser-Ems zwischen Lingen und Nordenham haben sich dafür zusammengetan. Das Nordenham-Museum ist seit 2004 dabei. Insgesamt haben bis heute 347 Akademiker die Fortbildung absolviert. Finanziert wird sie von der Arbeitsagentur. Und das nicht ohne Grund: Das deutschlandweit einzigartige Projekt hat eine Vermittlungsquote von 70 Prozent. Oftmals finden die Teilnehmer bereits während der Fortbildung eine Stelle. Das gilt zum Beispiel für die beiden Musealog-Teilnehmer Anne Eichmann und Maxi Schweitzer, die in Nordenham begonnen hatten, eine Sonderausstellung zur Sturmflut 1962 vorzubereiten. Sie konnten nicht an der Abschlussveranstaltung teilnehmen, weil sie bereits eine Anstellung gefunden haben. Mit dieser Unsicherheit müssen die Museen leben.

Noch Plätze frei

Der Leiter des Nordenham-Museums Dr. Timothy Saunders und der Musealog-Geschäftsführer Prof. Dr. Uwe Meiners sprechen dennoch von einer gegenseitigen Bereicherung. Und sie freuen sich darüber, dass Musealog auch zu einer Vernetzung unter den teilnehmenden Museen geführt hat. Die nächste Fortbildung beginnt im Oktober. Es sind noch einige Plätze frei.

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