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Nordenhamer Stadtfest Auch die kleine Party-Version macht Spaß

Jens Milde

Nordenham - Wenn das Publikum noch nicht so richtig in Schwung ist, dann verlässt Hasi Westerwald gerne mal die Bühne. Der Sänger, der Wild Boys, die am Samstagabend beim Nordenhamer Stadtfest auf der Marktplatz-Bühne spielen, mischt sich unters Volk, als es noch hell ist. Er tanzt Polonaise mit den Tresenkräften in der Bierbude von Harzmann, er fordert die Stadtfest-Besucher zum Mitsingen auf. Und der Mann, dessen Jackett an das TV-Testbild aus den 70er-Jahren erinnert, schafft es mit seinem großartigen Entertainment-Talent sehr schnell, das Publikum auf Betriebstemperatur zu bringen.

Tolle Bands

Sie legen sich mächtig ins Zeug die Wilden Jungs, schmettern einen Party-Hit nach dem anderen raus und haben spätestens mit Einsetzen der Dunkelheit ihr Publikum im Griff. Es wird getanzt, gejubelt und mitgesungen. Die Wild Boys machen einen Spitzenjob. Und das gilt für alle vier Bands, die von Donnerstag bis Sonntag auf der Marktplatz-Bühne stehen. Partyspaß mit einem Musikmix von der Kelly Family bis zu Rammstein. Wobei die Gruppe Deichfieber am Sonntagnachmittag den undankbarsten Job hat. Denn zu diesem Zeitpunkt ist auf dem Marktplatz nicht allzu viel los.

Erstmals findet das Stadtfest nur auf dem Marktplatz statt. Und der ist entsprechend voll: am Donnerstag beim sogenannten Probelauf, mehr noch am Freitag, und noch mehr am Samstag. Das Wetter ist wie gemalt, um unter freiem Himmel zu feiern. Vier Tage Stadtfest ohne einen Tropfen Regen – wann hat es das zuletzt gegeben?

Veranstalter Peter Böseler ist mit der Resonanz zufrieden. Schon beim Probelauf am Donnerstag ist der Marktplatz gut besucht. Der Stadtfest-Umzug am Freitag, den Nordenham Marketing & Touristik auf die Beine stellt, ist ohne Zweifel ein Höhepunkt. Für den Freitagabend hätte sich Peter Böseler ein paar Besucher mehr gewünscht. Am späten Samstagabend läuft’s richtig rund – vor der Bühne, aber auch an den Zapfhähnen. Dafür ist das Besucheraufkommen am Sonntag ziemlich überschaubar.

Natürlich ist die abgespeckte Stadtfest-Variante gewöhnungsbedürftig. Viele Nordenhamer hatten bereits im Vorfeld Kritik daran geäußert. Manch einer, der es noch nicht mitbekommen hatte, bleibt verdutzt an der Marktpassage stehen und fragt sich „Wie, das war’s schon?“

Erstmals gibt es keine Schausteller und kein Programm in der Fußgängerzone. Peter Böseler sah sich aus Kostengründen dazu gezwungen. Und er sieht in diesem abgespeckten Konzept auch die Zukunft, „weil in der Fußgängerzone schon in den vergangenen Jahren immer weniger los gewesen ist und weil es immer schwieriger wird, Schausteller für diesen Bereich zu finden.“ Ein Jahr ist Peter Böseler noch vertraglich mit der Ausrichtung des Nordenhamer Stadtfestes beauftragt. Auch die 31. Auflage wird unter seiner Regie stattfinden. Dann werden die Karten neu gemischt.

Geteiltes Echo

Die Meinungen der Nordenhamer über ihr Stadtfest sind wie immer sehr unterschiedlich. Für die einen ist es eine „Lachnummer“. Für die anderen nach wie vor ein tolles Fest. Die Wahrheit dürfte irgendwo in der Mitte liegen.

Zur Wahrheit gehört auch, dass die Polizei während der viertägigen Sause einige alkoholbedingte Streitigkeiten schlichten musste. Einige Besucher bekamen einen Platzverweis wegen „ungebührenden Verhaltens“. Sechs Besucher mussten in Gewahrsam genommen werden, weil sie die Platzverweise nicht akzeptieren wollten. Ein 56-jähriger Nordenhamer versuchte nach den Beamten zu schlagen. Gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Polizei spricht in ihrer Bilanz trotz dieser Zwischenfälle von einem „absolut friedlichen Stadtfest“.

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