NORDENHAM - Mitmachen und erleben – das ist es, worum es beim Projekt mit dem sperrigen Namen „Aufbau und Konsolidierung der Museumspädagogik im Verbund“ geht. Schüler in der Wesermarsch sollen langfristig an die Museen gebunden und dort – in Abstimmung mit dem Lehrplan – zu regelmäßigen, neugierigen Besuchern werden. Darüber hinaus sollen die Schüler das vertiefen, was sie im Unterricht gelernt haben. Mitmachen beim Brotbacken, Schreiben mit selbst gebautem Federkiel oder Füttern von Kälbern, erleben, warum Schiffe schwimmen, wie Bienen Honig produzieren oder eine Windkraftanlage funktioniert.

Das 2006 gestartete Projekt im Verbund der sechs Museen aus der Wesermarsch geht jetzt in eine neue Runde – und das mit finanzieller Unterstützung der Oldenburgischen Landschaft mit Mitteln des Landes Niedersachsen sowie einer Förderung von 2000 Euro durch die Bürgerstiftung Wesermarsch auf Initiative der Rodenkircher Waltraut und Werner Hofmann. Das Volumen des Projektes beträgt 10 000 Euro. Damit soll 1000 Grundschülern – und erstmals Förderschülern – der Besuch des Museumstages im Januar in den sechs Museen ermöglicht werden, Bustransfer inklusive. Auch Lehrerfortbildungen gehören dazu. Das Nationalparkhaus Museum Butjadingen, das Museum Nordenham, die Moorseer Mühle, das Schifffahrtsmuseum Brake, das Handwerksmuseum Ovelgönne und das Künstlerhaus Jan Oeltjen bieten in der Woche ab dem 26. Januar ein umfangreiches Programm für die jungen Entdecker.

„Es gibt mehr als nur Führungen“, betont Projektleiterin Dr. Erika Mayer. So können Kinder beispielsweise bei der Morseer Mühle die Lernangebote „Vom Korn zum Brot“ oder „Rund ums Schaf“ wahrnehmen. Bereits 700 Anmeldungen für den Museumstag liegen laut Mayer vor.

Auch die Museen profitieren: „Neue Dinge werden an den Museumstagen ausprobiert“, erläutert Timothy Saunders, Leiter des Nordenhamer Museums. So hätten sich die erlebnispädagogischen Angebote in den vergangenen zwei Jahren weiterentwickelt. Und: „Jedes Haus für sich kann das nicht leisten“, so Saunders mit Blick auf den Verbund und die Netzwerkarbeit von Mayer.

Die Zahl der beteiligten Schulklassen ist, so Mayer, von 13 (2006) auf 18 (2007) gestiegen. Die Kinder, das hoffen alle Beteiligten, sollen zu „Wiederholungtätern“ werden und auch außerhalb der Schule die Museen besuchen.