NORDENHAM/PETERLEE - Shoppen in England war bis vor kurzem ein Spaß für Besserverdienende. Doch inzwischen sind die Preise auf der Insel höchst zivil, wie die 38 Teilnehmer der Reise des Freundeskreises Nordenham/Peterlee jetzt feststellten.
Auf Draculas Spuren
Denn das Pfund hat an Wert verloren, die Preise sind generell etwas gesunken und außerdem hatte der Schlussverkauf schon begonnen, wie die Vorsitzende des Freundeskreises, Karin Tönjes, im Gespräch mit der NWZ resümierte. Vor allem die vielen jugendlichen Mitglieder der Gruppe nutzten die Gelegenheit zum Einkaufen, denn in und um Peterlee gibt es extravagantere Klamotten als in Nordenham und umzu.
Ein Höhepunkt war auch das elisabethanische Bankett auf Lumley Castle. Die Nordenhamer verwandelten sich im Saal auf der Stelle in Lords und Ladies, was das Gesinde aber nicht davon abhielt, ihnen ein Lätzchen umzulegen und als einziges Besteck ein großes Messer zu überreichen. Dazu gab es Speisen aus der Zeit von Königin Elisabeth I. (1558 bis 1603) und Musik von Opernsängerinnen und einem Chor.
Peterlee ist nach dem Gewerkschafter Peter Lee (1864 bis 1935) benannt. Dessen denkmalsähnliches Grab besuchten die Gäste in seinem Geburtstort Wheatley. In dem Dorf steht ein Erinnerungszentrum, in dem das Leben der Bergleute vergangener Zeiten dokumentiert wird. Die Region rund um Peterlee war jahrhundertlang, bis zu den Radikalreformen unter Premierministerin Margret Thatcher, ein Kohlerevier. Inzwischen ist sie eine blühende Kultur- und Naturregion, die Reisenden viel zu bieten hat.
Wie gefährlich die Arbeit unter Tage war, erfuhren die Gäste im Bergbaumuseum Thornley. Dort ist zu erfahren, dass 24 600 Bergleute aus der Region unter Tage ums Leben gekommen sind. 16 000 von ihnen sind namentlich vermerkt.
Die besten Fish‘n‘Chips
Immer wieder ein Höhepunkt ist das hübsche Küstenstädtchen Whitby. Hier wurde einst Captain Cook zum Seefahrer ausgebildet. Wer mochte, erklomm die 199 Stufen zur Ruine der alten Abtei. Bekannt ist Whitby auch dafür, dass Bram Stoker hier seinen Roman „Dracula“ schrieb. Davon lebt heute ein Dracula-Gruselkabinett. Nach dem Besuch schmeckten den Nordenhamern die legendär guten Fish‘n‘Chips von Whitby noch besser.
Auch im Park Forbidden Corner fuhr so manchem Nordenhamer der Schreck in die Glieder: Wer nicht aufpasste, bekam eine kalte Dusche. Die größte Begeisterung löste bei allen aber der Auftritt der Gruppe The Arrival aus, die im vergangenen Jahr beim Nordenhamer Stadtfest viele Freunde gefunden hatte. Anderthalb Stunden spielte die Band in einem Raum des neuen Sportzentrums auf. Das Quintett versprach, im nächsten Jahr wieder nach Nordenham zu kommen. Auftritte im Güterschuppen werden vorbereitet.
