NORDENHAM - NORDENHAM/JM - In Oldenburg und Umgebung sind sie längst über den Status eines Geheimtipps hinausgekommen. Mit ihrem neuen Album könnte die Gruppe Regicide noch einen weiteren Schritt nach vorne machen. Titel aus der CD „Break the Silence“ sind auch am Sonnabend zu hören, wenn Regicide auf der Bühne der Nordenhamer Jahnhalle stehen. Das Konzert beginnt um 20 Uhr.

Wer die Band schon einmal gehört hat, wird bei der musikalischen Einordnung des norddeutschen Septetts ganz schön ins Schwitzen kommen. Die Gruppe bietet eine nonkonformistische musikalische Ideenwelt: durchzogen von Heiner Jaspers Klavierkaskaden, durchwirbelt vom folkig angehauchten Spiel der Geigerin Jonna Wilms, geerdet von der dreiköpfigen Rockfraktion, die neben Schlagzeuger Til Kasmann und Gitarrist Jan Janssen auch Neuzugang Malte Hunold am Bass umfasst, gekrönt durch den ausdrucksstarken und variantenreichen Wechselgesang des Duos Frauke Richter und Timo Südhoff. Regicide erwecken einen flirrenden Klangkosmos zum Leben, in dem nichts unmöglich ist: Violinläufe, orchestraler Walzertakt, progressive Riffs, musicalartige Passagen, herzerwärmende Melodik und fragile Momente der Melancholie.

Ganz andere Töne schlägt Jens-Dierkes Kuper an, der am Freitag, 27. Oktober, ab 20 Uhr in der Rolle der Gräfin Tamara zu sehen ist. In seinem Programm „Nimm mich“ zeigt der Regisseur des jüngsten Stücks von Theater Fatale eine prickelnde Travestie- und Comedy-Show. Begleitet von Carsten Rust am Klavier singt Gräfin Tamara Chansons über die Lust und die Liebe und darüber, dass man beides ausleben sollte. Mal sind die Lieder lustig, mal sind sie nachdenklich, mitunter geradezu anrührend. Prüde ist die Gräfin nicht. Und Flirtereien mit dem Publikum, die Platz für ganz viel Improvisation lassen, sind ein wesentlicher Bestandteil der Show. Die erste Reihe ist eindeutig eine Gefahrenzone. Aber niemand muss Angst haben. Am liebsten macht die Gräfin Witze auf ihre eigenen Kosten.