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Siegfried Und Roy Auf Roy Horns Spuren in Nordenham

Jens Milde

Nordenham - Es gibt Menschen in ganz Deutschland und darüber hinaus, für die ein Besuch im Nordenhamer Ortsteil Blexen etwas ganz Besonderes ist. Sie gehen am Deich spazieren, schauen sich die Kirche an, werfen einen Blick auf die Schule und haben das Gefühl, an einem geschichtsträchtigen Ort zu sein. Die Geschichte, mit der sie Nordenham und besonders Blexen in Verbindung bringen, ist die von Uwe Ludwig Horn, der 1944 in Nordenham geboren wurde und später unter dem Namen Roy gemeinsam mit seinem Partner Siegfried Weltkarriere machte.

Sieben Fans des weltberühmten Magier-Duos haben das verregnete Wochenende genutzt, um auf den Spuren von Roy zu wandeln. Eine von ihnen ist Dagmar Rethmann aus Recke im Münsterland. Seit 1991 ist sie mit dem Siegfried-und-Roy-Virus infiziert. Damals war sie mit ihrem Mann auf Rundreise durch die USA. Ein Bekannter besorgte Tickets für die Show der beiden Illusionisten in Las Vegas. Dagmar Rethmann war nicht nur von dem Auftritt total begeistert, sondern auch von einem anschließenden Treffen hinter der Bühne. Bis heute schätzt die 54-Jährige die Freundlichkeit und Bodenständigkeit, die sich die beiden Weltstars inmitten der glitzernden Kulisse des amerikanischen Spielerparadieses bewahrt haben. Und bis heute pflegt sie privaten Kontakt zu Siegfried und Roy. Man schreibt sich, tauscht Bilder aus. Regelmäßig besucht sie die beiden in Las Vegas. „Dort gibt Siegfried noch immer kleine Zaubervorstellungen für Kinder,“ sagt Dagmar Rethmann.

Für Roy ist das seit seinem Unfall vor 14 Jahren nicht mehr möglich. Dagmar Rethmann hat das tragische Unglück miterlebt, bei dem der weiße Tiger Montecore den gebürtigen Nordenhamer schwer verletzte und die Karriere des Magier-Duos jäh beendete. „Drei Jahre später haben wir uns wiedergesehen. Das Erste, was Roy wissen wollte, war, wie es meinem Hund Cisco geht.“

Die Besuchergruppe, die am Wochenende in Blexen unterwegs war, ist Teil einer Facebook-Gruppe, deren Mitglieder ganz ähnliche Geschichten erzählen können. Sie wollten sehen, wo Roy aufgewachsen, wo er zur Schule gegangen ist und wo er konfirmiert wurde. Und natürlich wollten sie auch einmal auf dem Deich stehen, auf dem Uwe Ludwig Horn als junger Mann mit seinem Gepard Chico spazieren gegangen ist.

Aus Schweiz angereist

Sogar aus der Schweiz ist ein Ehepaar an die Unterweser gereist. Still und heimlich hat manch einer gehofft, dass es vielleicht sogar zu einer Begegnung mit Siegfried und Roy kommt. Die beiden waren nämlich am Wochenende in Deutschland. Sie wisse, dass Roy gerne seine alte Heimat sehen würde, sagt Dagmar Rethmann. Einen Besuch in Nordenham hätten die beiden für den vergangenen Sommer geplant. „Es ist aber nichts daraus geworden, weil es Roy damals nicht gut ging“, sagt Damar Rethmann. Sie hat in ihren Gesprächen mit Roy, aber auch bei Interviews im amerikanischen Fernsehen den Eindruck gewonnen, dass Roy schöne Erinnerungen an seine Zeit in Nordenham hat. „Grüß mir den Norden – das hat uns Roy immer wieder nach einem Besuch in Las Vegas mit auf den Weg gegeben.“

Auf dem Wochenend-Programm der Siegfried-und-Roy-Fans stand auch ein Besuch bei Horst Rix, der wegen einer Erkrankung nicht an dem Treffen teilnehmen konnte. Horst Rix gehört ebenfalls der Facebook-Gruppe an und ist wie alle anderen ein glühender Verehrer des Illusionisten-Duos. Mitte der 70er-Jahre wollte er die beiden Magier zur Nordenhamer Woche holen. Das klappte allerdings nicht. Später, als Vorsitzender des Verkehrsvereins, hatte sich Horst Rix für ein „Siegfried-und-Roy-Center“ stark gemacht. Es sollte zwischen den beiden Gateteichen entstehen.

Im Sande verlaufen

Aus Kostengründen sind die Pläne für das Millionenprojekt bis heute in den Schubladen geblieben. Auch Initiativen, eine Straße oder einen Platz nach Roy zu benennen, sind immer wieder im Sande verlaufen. Und so gibt es in Nordenham so gut wie nichts, was an den berühmtesten Sohn der Stadt erinnert. Dagmar Rethmann würde sich das wünschen. „Der Stadt“, sagt sie, „würde das ganz bestimmt nicht schaden.“

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