NORDENHAM - In Hannelores Hosenfabrik herrscht helle Aufregung. Die Chefin liegt tot auf dem Teppich. Sie wurde erschossen. Später wird die Kommissarin entführt. Wahrscheinlich ist sie den Tätern auf die Spur gekommen. Hat der Mord etwas mit den Erweiterungsplänen der Fabrik zu tun, für die die Bücherei in der Nachbarschaft weichen sollte? Fragen über Fragen. Die Geschichte haben sich die sechs Mädchen ausgedacht, die eine von drei Gruppen bei der Schreibwerkstatt in der Stadtbücherei bildeten.
Am Montag und Dienstag kamen 18 Kinder in der Bücherei zusammen, um Krimis zu schreiben. Die Schreibwerkstatt war die letzte Veranstaltung im Rahmen des Julius-Clubs. Die stellvertretende Büchereileiterin Ulrike Schönherr zeigte sich begeistert, mit wie viel Motivation und Fantasie die Jungen und Mädchen bei der Sache waren. Drei Gruppen, drei Geschichten – am Dienstagmittag, als die Kinder ihre Krimis präsentierten – herrschte Gänsehautatmosphäre in der Bücherei.
Ein Riesenspaß
Aber schon die Vorbereitungen waren ein Riesenspaß für die Teilnehmer. Denn es wurde nicht nur geschrieben. Ihre Geschichten bereicherten die Kinder mit Fotos. Eine Gruppe stattete der Polizei-Dienststelle einen Besuch ab. Dort ließen die Kinder hübsche Verbrecherfotos in schwarz-weiß von sich machen. „Wir mussten uns ganz schön zusammenreißen, damit wir nicht anfangen zu lachen“, erzählte Magenta Venema. Auf dem Marktplatz wurde eine vermeintliche Drogenübergabe fotografiert. Auch das Personal der Bücherei musste für die Ideen der fleißigen Krimi-Schreiber herhalten. Dieter Dollau zum Beispiel sollte für einen Schnappschuss einen Mörder mimen.
