NORDENHAM - Der „Jour de France“ erinnert an die Unterzeichnung des deutsch-französischen Freundschaftsabkommens am 22. Januar 1963. Es ist die Grundlage auch für Städtepartnerschaften. Seit dem vergangenen Jahr sind Nordenham und Sainte-Etienne-du-Rouvray offiziell verbandelt. Freundschaften und Kontakte zwischen den beiden Städten werden schon länger gepflegt. Gemeinsam feierten sie jetzt den „Jour de France“.
Literatur in zwei Sprachen
Rund 60 Gäste, darunter Nordenhams Bürgermeister Hans Francksen, kamen ins Museum Nordenham. Dass die Beziehungen zwischen den beiden Städten gut sind, demonstrierten Jacques Dutheil, Vorsitzender des Partnerschaftskomitees in der normannischen Stadt, und sein Mitstreiter Bernard Gigodot. Sie waren extra für den „Jour de France“ angereist und brachten nicht nur Bonbons aus Saint-Etienne-du-Rouvray mit. Im Gepäck hatten sie auch literarische Texte in deutscher und französischer Sprache. „Wir wollen von unserer Seite auch etwas zur Feier des Jour de France beisteuern“, betonte Jacques Dutheil.
Bernard Gigodot las die Geschichte „Warte nur balde“ von Heinrich Spoerl auf Deutsch vor und präsentierte auch einen Meilenstein der deutsch-französischen Aussöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg: Das Chanson „Göttingen“ der Sängerin Barbara. Sie brachte 1964 ihren Landsleuten nach einem Gastspiel in Göttingen die Idee nahe, dass auch in Deutschland nette Menschen wohnen.
Jacques Dutheil bewies mit den von ihm ausgewählten Texten, dass die Partnerstadt eine lange und reiche Geschichte hat. Aus dem 14. Jahrhundert stammte ein Chanson, das das große Können der Steinmetze und Pflasterer aus Saint-Etienne-du-Rouvray besang. In den 1920er Jahren galt das Lob der Dichter dem Fortschritt in Saint Etienne. Jean Verdure, der in der Stadt als Kulturdezernent viel bewegte, lobte einige Jahrzehnte später seine Heimatstadt ebenfalls in wohlklingenden Worten.
Das Publikum bekam Gedichte von Paul Éluard und Jacques Prévert zu hören. Schöne Klänge lieferten auch Werner Schwarz (Akkordeon) und Michael Jäschke (Geige). Sie spielten französische Chansons und versetzten ihr Publikum in eine frankophile Stimmung.
Bilder angeschaut
Nach dem rund einstündigen Programm blieb noch Zeit, um bei Wein und Käse ins Gespräch zu kommen. Dabei halfen auch die Bilder aus Saint-Etienne-du-Rouvray und der Normandie, die auf einer großen Leinwand zu sehen waren.
Jacques Dutheil und Bernard Gigodot beantworteten viele Fragen über ihre Heimatstadt. Sie nahmen auch die Gewissheit mit auf ihre Heimreise, dass in Nordenham das Interesse an einem Besuch der Partnerstadt groß ist.
