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Theater Dusselige Ganoven und jede Menge Spaß

Jens Milde

Nordenham - Je näher die Premiere rückt, desto mehr spielt das Thema Lampenfieber eine Rolle. Die Theater-Neulinge erfasst es, aber auch die alten Hasen. „Die Aufregung steigt“, sagt Vera Weitkamp. Kein Wunder, sie steht zum ersten Mal auf der Bühne. Lara Köhler hat schon häufiger vor Publikum gespielt. Aber auch sie spürt dieses Kribbeln im Bauch. So wie Elke Willhaus. Die Regisseurin erlebt diesen Gemütszustand aus innerer Anspannung und Vorfreude intensiver als alle anderen. „Aber das ist kein Problem“, sagt Bühnenleiter Rolf Wilkens. „Das ist völlig normal.“ Und wahrscheinlich ist es sogar gut. Schließlich schärft ein gewisses Maß an Aufregung die Sinne.

An diesem Freitag ist Premiere. Die Jugendgruppe des Theaters Fatale führt ihr neues Stück „Zu verkaufen“ auf. Es geht um die Geschichte von Bonnie und Cleetes. Das sind eigentlich zwei herzensgute Menschen. Das hält sie zwar nicht davon ab, eine Bank zu überfallen. Aber es hält sie davon ab, bei ihrer Flucht ein Kaninchen zu überfahren. So kommt das dilettantische Gaunerduo mit quietschenden Reifen von der Straße ab. Das Pärchen sucht Unterschlupf in einem Haus, das alsbald gar nicht mehr so leer steht, wie es zunächst den Anschein hat.

Reichlich Pointen

Die Kriminalkomödie von Daniel Stenmans bietet alles für einen vergnüglichen Theaterabend: schräge Charaktere, reichlich Pointen, Verwechslungen und Verwicklungen. Für den Fatale-Nachwuchs ist das Stück aber auch eine große Herausforderung. Bei zwei Stunden Spielzeit gibt es natürlich jede Menge Text zu lernen. Den dicksten Textbrocken musste wohl Lara Köhler verdauen. Die 16-Jährige schlüpft in die Rolle von Bonnie, dem weiblichen Part des Gaunerduos. „Eigentlich“, sagt sie, „bin ich immer erst kurz vor den Proben mit dem Lernen angefangen.“

Jeder Jugendliche hat seine eigene Strategie, wenn es ums Lernen geht. Längst geht es aber nicht mehr ums Text lernen, sondern ums Spielen. Elke Willhaus ist ganz begeistert von der Gruppe: „Das sind ganz tolle Jugendliche. Manchmal sind sie etwas verpeilt, aber ich kann mich hundertprozentig auf sie verlassen. Und sie sind sehr ernsthaft bei der Sache.“

Axel de Grave, der schon in vielen Stücken der Erwachsenen mitgespielt und in der Proben-Endphase den Posten des Regieassistenten übernommen hat, bestätigt das: „In Sachen Disziplin können wir uns sogar noch eine Scheibe abschneiden bei den Jugendlichen.“

Mit Begeisterung

Rolf Wilkens freut sich, dass der Theater-Nachwuchs mit so viel Begeisterung bei der Sache ist. Natürlich hat er die Hoffnung, dass die Freude dauerhaft anhält und dass aus der Talentschmiede immer mal wieder Darsteller zu den Erwachsenen dazukommen.

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