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Theater Fatale Faszination und pure Entspannung

Jens Milde

Nordenham - Bonnie und Cleetes sind eigentlich zwei herzensgute Menschen. Das hält sie zwar nicht davon ab, eine Bank zu überfallen, aber es hält sie davon ab, bei ihrer Flucht ein Kaninchen zu überfahren. So kommt das dilettantische Gaunerduo mit quietschenden Reifen von der Straße ab. Das kriminelle Pärchen sucht Unterschlupf in einem Haus, das alsbald gar nicht mehr so leer steht, wie es zunächst den Anschein hat.

„Zu verkaufen“ ist der Titel des Stücks von Daniel Stenmann. Die Jugendgruppe von Theater Fatale will es voraussichtlich im November aufführen. Die Proben haben nach den Osterferien begonnen. Und auch die Sommerferien sind den acht Jugendlichen nicht zu schade, um sich regelmäßig im Güterschuppen an der Müllerstraße zu treffen. Warum auch? Schließlich ist das Hobby für die Jugendlichen in erster Linie ein Riesenspaß, auch wenn es mit reichlich Arbeit verbunden ist.

Theater ist seit vielen Jahren ein wichtiger Bestandteil im kulturellen Leben der Stadt. Es gibt viele Amateurbühnen. Es gibt Theater-AGs an vielen Schulen. Und es gibt auch zwei Jugendgruppen. Die Plattddütschen in Friedrich-August haben eine. Und Fatale hat eine. Elke Willhaus hat sie vor zwei Jahren wiederbelebt. „Drei reizende Damen hieß“ das erste Stück. Und nun folgt eine Verwechslungskomödie, die es in sich hat. „Zu verkaufen“ hat eine Spielzeit von zwei Stunden.

Viel Text

Die acht Darsteller heißen Otis Jaudszim, Lynn Chiara Willhaus, Lara Köhler, Ömer Yakup Sayan, Henry Wulff, Vera Weitkamp, Marleen de Grave und Christina Boyksen. Die Jugendlichen müssen reichlich Text pauken. „Kein Problem“, sagt Otis Jaudszim. „Man übt jeden Tag ein bisschen, dann prägt sich das automatisch ein.“ Bei Otis war es so wie bei vielen Mitgliedern der Jugendgruppe: Er hat zum ersten Mal in der Schul-AG Theaterluft geschnuppert. „Das hat mich fasziniert. Und es hat unheimlich Spaß gemacht“, sagt der 16-Jährige.

Lara Köhler hat schon in der Grundschule Theater gespielt. „Ich finde es gut, mal für kurze Zeit ein anderer Mensch zu sein“, sagt sie. Ömer Yakup Sayan hat ebenfalls in der Schule auf der Bühne gestanden. Zuletzt hat er in der Theater-AG des Nordenhamer Gymnasiums in dem Stück „Die Physiker“ mitgespielt.

Auch Lynn Chiara Willhaus hat Erfahrungen in der Theater-AG des Gymnasiums gesammelt. Und inzwischen hat sie sogar schon zweimal bei den Erwachsenen des Theaters Fatale mitgespielt, zuletzt bei „Und ewig rauschen die Gelder.“

Talentschmiede

Selbst Spaß haben und anderen Spaß bereiten – darum geht es in der Jugendgruppe. Und natürlich hat das Theater Fatale die Hoffnung, dass die Freude dauerhaft anhält und dass aus der Talentschmiede immer wieder Darsteller zu den Erwachsenen dazukommen. Der Übergang war für Lynn jedenfalls kein Problem. Ob sie aufgeregt war? „Nö“, antwortet die 16-Jährige. „Die waren alle total nett.“

Das gilt auch für die Leiterin der Jugendgruppe. Elke Willhaus teilt mit ihrer Tochter Lynn die Leidenschaft fürs Theater. Beim jüngsten Fatale-Stück „Und ewig rauschen die Gelder“ standen sie gemeinsam auf der Bühne. Seit 1999 ist Elke Willhaus Mitglied bei den Fatalen. Für sie ist die Arbeit mit den Jugendlichen „pure Entspannung“. „Die sind so herrlich unkompliziert“, sagt Elke Willhaus.

Die 48-Jährige hat als Regieassistentin entdeckt, wie viel Spaß es macht, Einfluss auf das Bühnengeschehen zu nehmen. „Es ist einfach schön, zu sehen, wie die Darsteller in ihren Rollen wachsen,“ sagt Elke Willhaus. Birgit Blomenkamp und Sabine Müller stehen ihr als Souffleusen zur Seite. Ein eingespieltes Team. Vier Aufführungen sind geplant. Der genaue Premierentermin steht allerdings noch nicht fest.

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