NORDENHAM - Die tragende Rolle in dem Stück, das die Theater-AG des Nordenhamer Gymnasiums zurzeit einstudiert, spielt kein Schüler, sondern ein Gerät. Alles dreht sich um das Mobiltelefon, das längst mehr geworden ist als ein Kommunikationsmittel. Es bietet Möglichkeiten, aber es birgt auch Gefahren. Es ist Statussymbol und Suchtmittel. Und es ist aus dem Alltag vieler Menschen nicht mehr wegzudenken.
Handy Storys, so heißt das Stück, mit dem die Theater-AG am Mittwoch, 29. Juni, in der Aula des Gymnasiums Premiere feiert. In 15 Szenen stellen die zehn Schauspieler die Bedeutung des Handys für junge Menschen dar. Schauplatz der Episoden rund ums Mobiltelefon ist ein Laden, der Frisiersalon und Trendboutique vereint. Hier trifft sich alles, was in sein will. Hier gibt es sogar Cocktails natürlich ohne Alkohol.
Chefin ist Maggie. Gemeinsam mit ihrem Assistenten Nick, genannt Strähnchen, schmeißt sie den Laden. Susi, Tina und Laura wühlen in den Klamotten, die natürlich vom Allerfeinsten sind. Und dann klingeln die Handys. Die Mädels fangen an zu quatschen. Nick tänzelt herbei, klatscht in die Hände. Also, was ist, wollt ihr schön sein oder quatschen? Sie wollen beides: schön sein und quatschen.
Viele Themen werden angerissen in dem einstündigen Stück. Es geht um die Frage nach dem Sinn und der Bedeutung des Handys für den Besitzer. Es geht um Handysucht und Mobbing. Es geht auch um Schulden, die durch das Handy entstehen können. Wie der Leiter der Theater-AG, Hartmut Neumann, mitteilt, gibt es lustige Szenen, aber auch ernste. Das Stück ist sowohl wegen des Inhalts als auch wegen seiner Länge gerade auch für jüngere Schüler geeignet.
Seit den Herbstferien proben die zehn Darsteller an dem Stück, das sie sich selbst ausgesucht haben. Die Auswahl war gar nicht so einfach. Schließlich sind die Mädchen wieder einmal deutlich in der Überzahl. Gerade einmal zwei Jungen haben sich für die Theater-AG gemeldet. Das schränkt die Zahl der Theaterstücke, die für eine Aufführung in Frage kommen, schon ein wenig ein. Aber die Schülerinnen und Schüler sind fündig geworden und überzeugt davon, dass sie eine gute Wahl getroffen haben.
Nachdem die Jugendlichen ab Klasse sieben in der Anfangsphase einmal in der Woche geprobt haben, schart sie Hartmut Neumann beim Probenendspurt dreimal in der Woche um sich. Das Ergebnis dieser intensiven Arbeit können die Besucher am kommenden Mittwoch bestaunen, wenn sich erstmals der Vorhang für die Handy-Storys öffnet.
