NORDENHAM - Das Publikum war begeistert von der gelungenen Vorstellung der Schüler. Rektor Walther Vogel verschlug es glatt die Sprache.

Von Torsten Lange

NORDENHAM - Sie ist immer noch die erschütternste aller Liebesgeschichten: Shakespeares Tragödie „Romeo und Julia“ wird als Klassiker immer wieder neu entdeckt. So jetzt auch von der Englisch-Theater-AG der Realschule I. Unter der Leitung von Marie-Luise Paetsch und der Regie-Assistenz von Frauke Logemann-Fastie studierten die Schüler das Stück ein und brachten es in englischer Sprache als „Romeo & Juliet“ auf die Bühne.

Am Mittwochabend war für die Öffentlichkeit Premiere. Die Schülerschaft hatte die Inszenierung bereits am Dienstag gesehen. Eine weitere öffentliche Aufführung findet heute statt. Beginn ist um 19.30 Uhr in der Aula der Realschule I an der Pestalozzistraße.

Blank geputzte Schwerter, mittelalterliche Kostüme, ein mit rosaroten Rosen umrankter Balkon: Die Kulisse für das anrührende Stück passte. Überraschend auch das gute Englisch der Schüler. Angesichts dieser beeindruckenden Leistung verschlug es Schulleiter Walther Vogel in seiner Dankesansprache glatt die Sprache.

Die Hauptrolle des Romeo besetzte Celia Werner, die bereits im „Oliver Twist“ vor einer Woche eine zentrale Figur gespielt hatte. Als Juliet stand Selena Schönenberger auf dem Balkon.

Beide begegnen sich auf einem Ball, zu dem sich Romeo einschleicht. Doch die Liebe darf nicht sein, weil die Familien Montague und Capulet sind miteinander verfeindet sind.

Straßenschlachten beherrschen zu Beginn des Schauspiels das Bild, bis Escalus, der Prinz von Verona (gespielt von Nadine Ahlers), den beiden Familienoberhäuptern Lord Montague (Chris Meinen) und Lord Capulet (Nadine Lenk) gebietet, die bürgerkriegsähnlichen Zustände zu unterlassen. Frieden soll werden zwischen den Erzfeinden. Doch die jungen Hitzköpfe Benvolio (Alexandra Wittje), Tybalt (Samira Wemken) und Mercucio (Lisa Schlesies-Janssen) geben so schnell keine Ruhe, während Romeo und Julia gemeinsam mit Priester Lavrence durch die Ehe einen langfristigen Frieden herstellen wollen.

Der geheimen Hochzeit geht die berühmte Balkonszene voraus: Auch hier glänzen Celia Werner und Selena Schönenberger in ihren Rollen und rühren das Publikum. Wohl jeder Theatergast kannte den Plot der dramatischen Geschichte: Das augenblickliche Verlieben von Romeo und Juliet, mit dem Versprechen, sich für immer treu zu bleiben und füreinander da zu sein. Es ist eine einfache Liebesgeschichte – mit dem traurigsten aller möglichen Enden.

Auch wenn in der Fassung der Schüler der im Original übliche Selbstmord Juliets fehlt, den sie nach dem Freitod Romeos an ihrem vermeintlichen Grabe – sie hatte nur starke Medizin genommen – vollzieht, so stehen doch die Familien Montague und Capulet am Ende in der Totengruft vor den im Tod vereinten Romeo und Juliet und dem erstochenen Paris. Denn Paris hätte Juliet heiraten sollen und wurde von Romeo niedergestreckt.

Die Schüler verstanden es, die 1597 erstmals aufgeführte Geschichte neu zu beleben. Die Theaterbesucher waren fasziniert von dem Spiel und der Kulisse des Stückes und gratulierten den jungen Schauspielern zu der gelungenen Inszenierung.