Nordenham - Der 42. Familientag der Familie Tantzen in den Weserterrassen war schon etwas ganz Besonderes, denn die Familie feiert diesen Tag im Abstand von zweieinhalb Jahren nun schon seit mittlerweile 1921 regelmäßig. Und wie immer fand er auch diesmal wieder im „Stammland“ der Tantzens statt. Mit dabei natürlich auch die beiden massiv silbernen Kerzenständer, die seit jeher den Zusammenhalt der Familie symbolisieren sollen.
Versichert zu einem Wert von sage und schreibe 10 000 Euro sind sie auf Nachfrage allenthalben unverzichtbar bei jeder Taufe, Konfirmation, Hochzeit oder Beerdigung im Kreise der Tantzens – und eben auch unverzichtbar bei diesen regelmäßigen Familientagen. Circa 200 Einladungen waren diesmal durch den Familienrat an Familienangehörige und Interessierte versandt worden. Mit Adressen in der Schweiz, in Amerika und natürlich vorwiegend in Deutschland. Und der Vorsitzende des Familienverbandes, Hergen Tantzen, konnte sich einer großen Resonanz innerhalb und außerhalb der Familie gewiss sein: 64 Gäste reisten an – unter ihnen auch sehr viele jüngere Familienmitglieder. Obwohl beim Zusammensein der Klönschnack in gemütlicher Kaffeerunde und bei einem ausgiebigen Abendessen im Vordergrund steht, wird seitens des Festausschusses traditionell auch ein kleines Vorprogramm organisiert: Diesmal stand die Besichtigung des Historischen Kaufhauses in Abbehausen auf dem Plan.
22 Tantzens schlossen sich der Führung an, bei der besonders natürlich die alten Anschreibe- und Kassenbücher aus vier Kaufmannsgenerationen interessierten, die augenzwinkernd aber akribisch nach alten Schulden der Familie durchsucht wurden. Doch die Suche blieb erfolglos. Nach einer kurzen Mittagspause im Landgasthof Butjadinger Tor ging es dann nach Nordenham an den Weserstrand, wo sich der Saal schon langsam gefüllt hatte. Der Familientag stand diesmal unter dem Motto „1418 – 2018“, wobei große und kleine Ereignisse aus 600 Jahren Familiengeschichte thematisiert wurden.
Beginnend mit dem September 1418: Damals, so berichtete Hergen Tantzen, „haben sich unsere Vorfahren, die Brüder Didde und Gerold, mit einigen Verbündeten gegen die Bremer Besatzer im Stadland aufgelehnt und stürmten die Friedeburg, um diese zu vertreiben. Doch sie unterlagen und wurden kurz danach in Bremen geköpft.“ Das Fresko „ Der Bruderkuss“, das über ihre Hinrichtung erzählt, hänge heute im Nordenham-Museum.
Diese und viele weitere interessante Dokumente und Geschichten seien, so der Vorsitzende, in der Familienchronik umfassend dokumentiert, die einst Eilert Tantzen in vielen Jahren als Vorsitzender des Familienverbandes zusammengestellt habe. Eine von Hans Jürgen Schäfer verfasste „Tantzen-Saga“ erzähle zudem in humorvoller Weise über die Entwicklungen der Butjadinger und Stadlander Großfamilie. Die Lektüre lohne sich.
Hergen Tantzen bedankte sich abschließend besonders beim Festausschuss des Familientages unter der bewährten Leitung von Verena Tantzen aus Oldenburg. Der Ausschuss habe sich auch diesmal wieder sehr viel Mühe gegeben, so beispielsweise bei einem Wissensquiz, bei dem alle Gäste aufgefordert waren, doch einmal aus der Erinnerung heraus die Hausmarke der Familie zu zeichnen. Die Hausmarken waren in früheren Zeiten bekanntermaßen die Eigentums- oder Sippenzeichen der Familien.
Als Preis für die treffendste Zeichnung lobte der Festausschuss eine echte Hausmarke in Silber aus. Der nächste Familientag der Tantzens findet übrigens nach wieder zweieinhalb Jahren im Frühjahr 2021 statt.
